Wirtschaft
Samstag, 13. März 2010

Obama hat eine Favoritin: Stühlerücken bei der Fed

Für Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman ist das eine gute Nachricht: Geht es nach US-Präsident Barack Obama, wird Janet Yellen im Sommer Stellvertreterin von Notenbankchef Ben Bernanke.

Janet Yellen
Janet Yellen(Foto: REUTERS)

Die Präsidentin der regionalen Fed von San Francisco, Janet Yellen, ist die Favoritin der US-Regierung für den Posten des stellvertretenden Notenbank-Chefs. Dies bestätigte Präsidialamtssprecher Robert Gibbs. Aussichtsreiche Anwärter auf zwei weitere offene Fed-Vorstandsposten sind demnach zudem Sarah Raskin, die derzeit im US-Bundesstaat Maryland für Regulierung im Finanzbereich zuständig ist, sowie Peter Diamond, Wirtschaftsprofessor am renommierten Massachusetts Institute of Technology.

Für den Fall, dass einer der Favoriten hier scheitert, prüft die Regierung noch eine Reihe weiterer Kandidaten. In den USA bestimmt der Präsident, wer in den siebenköpfigen Vorstand der Zentralbank einziehen darf. Die Kandidaten müssen allerdings vom Senat bestätigt werden.

Yellen würde damit Nachfolgerin von Notenbank-Vize Donald Kohn, der im Juni nach mehr als 40 Jahren in den Diensten der Federal Reserve in den Ruhestand geht. Yellen war zeitweise Chefwirtschaftsberaterin des früheren Präsidenten Bill Clinton und von 1994 bis 1997 bereits im Vorstand der Fed. Sie kennt die Notenbank seit Jahren von innen, hat allerdings auch eine akademische Karriere an einigen bekannten US-Universitäten hinter sich.

Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman bezeichnete die Entscheidung für Yellen als gute Nachricht. Sie sei aufgeschlossen und biete die intellektuelle Flexibilität, die die Fed brauche, so Krugman in seinem Blog in der "New York Times". Außerdem sei sie ein gutes Gegengewicht zu den Vorstandsmitgliedern der Fed, die die Zinsen möglichst bald wieder anheben wollten.

Quelle: n-tv.de