Wirtschaft

Erfolglos statt erfolgreich Trump, der Blender

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Im November stellt sich Trump der Wiederwahl.

(Foto: USA TODAY Sports)

Donald Trump präsentiert sich als erfolgreicher, glamouröser Geschäftsmann. Die Wirklichkeit ist weniger schmeichelhaft: Der "New York Times" zufolge zeigen Steuerunterlagen, dass der US-Präsident vielmehr ein Schaumschläger ist.

Donald Trump ist ein mieser Geschäftsmann und hat gute Steuerberater. Die "New York Times" zeigt anhand von Steuerunterlagen des US-Präsidenten, die bis zum Jahr 2018 reichen, dass die Realität nicht dem Bild entspricht, das Trump von sich zeichnet - er verbrennt mit seinen Geschäften Hunderte Millionen Dollar. Die Verluste aus verzockten Investments führen immerhin dazu, dass er kaum Einkommensteuern zahlen muss, da sie gegen Gewinne aufgerechnet werden.

Das Geschäftsmodell Trumps sieht so aus: Er nutzt seine Bekanntheit und die Marke Trump. Das Geld, das er daraus zieht, steckt er in neue Vorhaben oder nutzt es dazu, frisches Geld in seine schlecht laufenden Projekte nachzuschießen. Trump pumpt der Zeitung zufolge mehr Geld in viele seiner Projekte, als er herausbekommt.

Seine Golfplätze und sein Hotel in Washington - der Kern seines Images als erfolgreicher Businessman - schreiben Jahr für Jahr Verluste, darunter auch das größte Golf-Resort des US-Präsidenten in der Nähe von Miami. Trump hatte es 2012 für 150 Millionen Dollar gekauft. Bis 2018 haben sich die Verluste auf 162,3 Millionen Dollar aufgetürmt, Trump hat bislang 213 Millionen nachgelegt - und in drei Jahren muss er eine Hypothek in Höhe von 125 Millionen Dollar ablösen. Seit 2000 haben sich die Verluste seiner Golfplätze auf 315 Millionen Dollar getürmt. Derweil hat das 2016 eröffnete Hotel in der Hauptstadt bis 2018 Verluste in Höhe von 55 Millionen Dollar angehäuft.

Der Großteil dieser Verluste ist vor den üblichen Abschreibungen entstanden. Das heißt: Projekte werden nicht für die Steuer miesgerechnet, sie laufen schlecht. Dass es auch anders geht, zeigt ein Investment Trumps, das nicht er, sondern andere managen. In den 90er Jahren gerieten Pläne für ein Immobilienprojekt in Manhattan ins Stocken, an dem Trump zusammen mit einem anderen Geschäftsmann beteiligt war. Sein Partner verkaufte es deshalb an den Entwickler Vornado. Trump machte vor Gericht geltend, sein Anteil sei zu Unrecht verkauft worden - und erhielt letztlich einen Anteil an zwei Bürogebäuden, die von Vornado verwaltet werden. Das ist eine durchaus lohnende Beteiligung: 2018 wies sie einen Gewinn für Trump in Höhe von 176,5 Millionen Dollar aus. Die Abschreibungen eingerechnet. Und Geld nachschießen musste der Präsident auch nicht.

Trumps Casino-Investments gingen dagegen schief. Vier seiner hochverschuldeten Projekte sind pleite - drei Casinos in Atlantic City und das Plaza Hotel in New York. Andere Projekte überlebten nur, weil sie entweder verkauft wurden oder Gläubiger Trump entgegenkamen und ihm einen Teil der Schulden erließen, weil sie eine Pleite mehr Geld gekostet hätte.

Reality-Show hilft

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, woher die Millionen kommen, die Trump versenkt. Zu einem Großteil ist es Geld aus der Reality-TV-Show "The Apprentice", in der Trump von 2004 bis 2015 die Hauptfigur war. Sie machte nicht nur die Marke Trump wieder populär, sie brachte Trump auch viel Geld ein. Die "New York Times" beziffert die Einnahmen auf mehr als 400 Millionen Dollar. Diese hohe Summe erklärt sich vor allem dadurch, dass Trump an den Einnahmen durch die Verwertung der Marke "The Apprentice" beteiligt ist. Die Erneuerung seiner eigenen Marke hilft Trump außerdem dabei, seinen Namen für die Projekte anderer zur Verfügung zu stellen und dafür Lizenzgebühren zu kassieren.

Als die Einkünfte aus "The Apprentice" flossen, ging Trump auf Einkaufstour wie in den 80er Jahren, als ihm das Vermögen seines Vaters und hohe Bankkredite den Kauf von Casinos, eines Hotels, einer Jacht und eines Flugzeugs ermöglichten. Bevor die Show ausgestrahlt wurde, hatte Trump lediglich zwei Golfplätze eröffnet und war dabei, zwei weitere umzugestalten. Ende 2015 besaß er dann 15 Golfplätze und wandelte ein altes New Yorker Post-Gebäude in ein Hotel um. Durch all diese Projekte wurde er allerdings nicht reicher - die Steuerunterlagen zeigen, dass jede neue Akquisition seine Gesamteinkünfte weiter nach unten drückte.

"Ich spiele mit der Fantasie der Menschen", heißt es in dem 1987 erschienenen Bestseller "Die Kunst des Erfolges", den ein Ghostwriter für Trump schrieb. "Die Menschen wollen daran glauben, dass etwas das Größte, Großartigste und Spektakulärste ist. Ich sehe darin eine wahre Übertreibung, eine harmlose Zuspitzung - und eine sehr effektive Form der Werbung."

Quelle: ntv.de