Wirtschaft

Trump hat ein Problem US-Benzinpreis steigt auf höchsten Stand seit Kriegsbeginn

30.04.2026, 13:47 Uhr DSCF1383-2Von Jan Gänger
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Benzin ist in den USA teurer geworden. (Foto: REUTERS)

Nicht nur in Deutschland, auch in den USA klettern die Spritpreise wegen des Kriegs im Iran deutlich. Dabei hatte es Präsident Trump seinen Wählern ganz anders versprochen. Und die wichtigen Zwischenwahlen im Herbst kommen näher.

Wegen der fehlenden Aussicht auf einen schnellen Frieden im Iran ist der Benzinpreis in den USA auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn gestiegen. Eine Gallone (3,785 Liter) Benzin kostet im Schnitt 4,30 US-Dollar (3,68 Euro), wie aus Daten des Automobilverbands AAA hervorgeht. Auf ähnlich hohem Niveau hatte der Benzinpreis zuletzt vor rund vier Jahren nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gelegen.

Zu Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar hatte der Preis im Schnitt noch 2,98 Dollar betragen - er ist damit um knapp 45 Prozent gestiegen. Grund für den Anstieg ist die Blockade der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormus. Seit Beginn der Kämpfe Ende Februar ist der Schiffsverkehr in der Meerenge nahezu zum Erliegen gekommen.

Einem Bericht des Nachrichtenportals Axios zufolge soll US-Präsident Donald Trump am Donnerstag von seinem Militär über neue Pläne für eine Reihe von Militärschlägen gegen den Iran unterrichtet werden, um den Verhandlungsdruck auf Teheran zu erhöhen. Dies verstärkte die Sorgen vor weiteren Öl-Lieferengpässen angesichts der bereits eingeschränkten Exporte im Nahen Osten.

Zwar gehen die Öllieferungen der Golfstaaten vor allem in ostasiatische Länder wie China oder Japan. Doch das gesunkene Angebot lässt die Preise für den Rohstoff weltweit klettern. Das ist auch in den USA zu spüren, obwohl das Land mehr Öl exportiert, als es einführt. Auch dort steigen die Preise an der Zapfsäule.

Trumps Beliebtheitswerte sind niedrig

Im Vergleich zu Deutschland geben US-Amerikaner allerdings immer noch wenig an der Tankstelle aus. Umgerechnet auf Liter und Euro liegt der aktuelle US-Benzinpreis bei rund 97 Cent - verglichen mit über zwei Euro an deutschen Tankstellen. Die USA erheben pro Liter Kraftstoff weniger Steuern und Abgaben, zudem verfügt das Land selbst über große Ölvorkommen.

Dennoch ist der rasante Preisanstieg im Autofahrerland USA für die Regierung ein gefährliches Thema: Trump hatte im Wahlkampf versprochen, die Energiepreise im Land zu halbieren. Rund ein halbes Jahr vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress ist er davon weit entfernt.

Nach Darstellung der Regierung handelt es sich zwar nur um einen vorübergehenden Anstieg. Doch selbst Trump gibt mittlerweile zu, dass die Preise noch monatelang hoch bleiben könnten. Zu Beginn der Angriffe auf den Iran Ende Februar hatte er noch gesagt, der Krieg werde vier Wochen "oder kürzer" dauern. Und selbst wenn die Straße von Hormus wieder offen sein sollte, würde es lange dauern, bis der Schiffsverkehr sein übliches Niveau erreicht.

Trumps politisches Ansehen in den USA leidet. Umfragen zeigen, dass der Iran-Krieg bei den meisten Amerikanern unbeliebt ist. Sie sind auch über die gestiegenen Benzinpreise verärgert. Trumps ohnehin schon geringe Zustimmungswerte sind weiter gesunken.

Eine Entspannung bei den Ölpreisen ist derzeit nicht in Sicht. Sowohl ein Fass der Nordseesorte Brent als auch der US-Referenzsorte WTI kosten aktuell mehr als 125 Dollar. Im Verlauf fielen die Preise zwar etwas. Doch seit Ende Februar hat sich Brent-Öl um etwas mehr als 70 Prozent verteuert; der Peis ist auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren gestiegen. Andere Ölpreise, wie etwa für WTI, legten in einem ähnlichen Ausmaß zu.

US-Notenbankchef Jerome Powell warnte nach dem jüngsten Zinsentscheid, der Inflationsschock durch den Iran-Krieg werde die Verbraucher unter Druck setzen. Die Zentralbanker wüssten, dass die Menschen im ganzen Land mit höheren Benzinpreisen konfrontiert seien. "Das tut weh", so Powell. "Diese Preissteigerungen könnten anhalten. Und auch in anderen Bereichen werde dies Auswirkungen haben. "Die Menschen werden das zu spüren bekommen."

Quelle: ntv.de, mit rts/dpa

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