Wirtschaft

Auf 77,6 Milliarden US-DollarUS-Handelsdefizit steigt deutlich

07.07.2026, 16:59 Uhr
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Die Lücke zwischen Ein- und Ausfuhren erhöhte sich um satte 42,2 Prozent. (Foto: picture alliance / Fotostand)

Die häufig wechselnde Zollpolitik seit dem vergangenen Jahr hat den US-Handel stark schwanken lassen. Zuletzt ist das Handelsdefizit sprunghaft angestiegen. Grund dafür sind auch erhebliche Investitionen von Unternehmen in KI.

Boomende Investitionen in Künstliche Intelligenz haben das US-Handelsdefizit im Mai stark steigen lassen. Die Lücke zwischen Ein- und Ausfuhren erhöhte sich um 42,2 Prozent auf 77,6 Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Befragte Ökonomen hatten mit einem noch etwas höheren Defizit von 78,5 Milliarden Dollar gerechnet. Während die Importe um 3,3 Prozent auf 395,3 Milliarden Dollar zulegten, sanken die Exporte um 3,2 Prozent auf 317,7 Milliarden Dollar.

Der Anstieg der Importe ging vor allem auf Kapitalgüter zurück, deren Einfuhren auf ein Rekordhoch von 128 Milliarden Dollar stiegen. Grund dafür sind erhebliche Investitionen von Unternehmen in KI, für deren Aufbau viele importierte Güter benötigt werden. Die Ausfuhren sanken, obwohl die US-Ölexporte angesichts des Nahost-Konflikts einen Rekordwert erreichten.

Der Außenhandel hat das Bruttoinlandsprodukt bereits zwei Quartale in Folge gebremst. Die US-Wirtschaft ist im ersten Vierteljahr 2026 um 2,1 Prozent gewachsen. Das Prognosemodell der regionalen Notenbank Federal Reserve von Atlanta deutet für das abgelaufene zweite Quartal auf ein Wachstum von 1,2 Prozent hin. 

Die seit dem vergangenen Jahr häufig wechselnde Zollpolitik hat zu volatilen Bewegungen in den US-Handelsströmen geführt. Im Februar kippte der Oberste Gerichtshof Trumps Anwendung des International Emergency Economic Powers Act zur Verhängung weitreichender globaler Zölle. Er hat sich jedoch anderen Befugnissen zugewandt, da er weiterhin versucht, amerikanische Importe zu begrenzen.

Vergangene Woche lehnten die USA eine Verlängerung ihres wichtigen Handelspakts mit Mexiko und Kanada ab. Dies leitete einen zehnjährigen Überprüfungsprozess ein, der für Unternehmen mit Lieferketten in ganz Nordamerika eine größere Unsicherheit bedeuten könnte.

Quelle: ntv.de, jki/rts/DJ

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