Wirtschaft

Wie hoch ist das Risiko für Umwelt und Mensch? US-Ölkonzern ficht Fracking-Verbot an

Die USA erleben derzeit dank der Fracking-Methode einen wahren Ölboom. In Europa ist diese Art der Öl- und Gasgewinnung aus Schiefergestein-Schichten umstritten, in Frankreich sogar verboten. Ein US-Konzern macht dagegen nun mobil, allen möglichen Risiken zum Trotz.

Vor dem französischen Verfassungsrat hat der US-Ölkonzern Schuepbach das in Frankreich geltende Verbot der umstrittenen Schiefergas-Förderung angefochten. Der Anwalt des Konzerns sagte bei einem Verhandlungstermin in Paris, keine Studie habe bislang beweisen können, dass vom sogenannten Fracking auch nur das "geringste Risiko" ausgehe. Dass Schuepbach nach Einführung des Förderverbots im Juli 2011 die Förderlizenzen entzogen wurden, sei eine "zu strenge" Anwendung des Grundsatzes der Vorsicht.

Dagegen sagte der Vertreter der Regierung, die Risiken des Frackings für die Umwelt seien "ausreichend erwiesen", um ein Verbot zu rechtfertigen. Das Frackingverbot basiere nicht auf dem Grundsatz der Vorsicht, sondern der Vorbeugung. Der in Texas beheimatete Konzern Schuepbach hatte vor einem Verwaltungsgericht gegen das Förderverbot geklagt und war bis vor den Verfassungsrat gezogen. Dieser wird seine Entscheidung am 11. Oktober bekanntgeben.

Beim Fracking wird unter Einsatz eines Gemischs aus Sand, Wasser und Chemikalien Erdgas und Öl aus Schiefergestein-Schichten gelöst. Die insbesondere in den USA zunehmend genutzte Technologie ist höchst umstritten, befürchtet wird unter anderem eine Verseuchung des Grundwassers mit Chemikalien.

Proboebohrungen gehen weiter

Die sozialistische Regierung unter Staatschef François Hollande hält an dem unter der konservativen Vorgängerregierung  beschlossenen Verbot der Schiefergas-Förderung mittels Fracking fest. Für Wirbel sorgte allerdings im Juli Industrieminister Arnaud Montebourg, als er eine künftig mögliche Technologie für eine "nicht umweltverschmutzende" Schiefergas-Förderung ins Gespräch brachte.

In Frankreich gibt es trotz des Förderverbots Probebohrungen zur Erkundung von Schiefergas- und Schieferöl-Vorkommen. Umweltschützer vermuten, dass sich Unternehmen wie der US-Ölkonzern Hess Oil damit für eine mögliche Aufhebung des Verbots in Position bringen. Zuletzt besetzten am Wochenende Umweltschützer einen Bohrturm östlich von Paris, um gegen die Probebohrungen zu protestieren.

Quelle: n-tv.de, AFP

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