Wirtschaft

Optimistisch ins WeihnachtsgeschäftUmbau kostet Metro Umsatz

20.10.2014, 12:14 Uhr
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Metro legt Umsatzzahlen vor und geht optimisch ins Weihnachtsgeschäft. (Foto: dpa)

Metro meldet für das abgelaufene Geschäftsjahr einen geringeren Umsatz. Unternehmensverkäufe und Währungseffekte schlagen deutlich zu Buche. Flächenbereinigt steigen die Erlöse leicht.

Der Handelskonzern Metro geht zuversichtlich ins wichtige Weihnachtsgeschäft. Das Unternehmen sehe sich "gut gerüstet" und sei optimistisch in das laufende Quartal gestartet, teilte Metro mit. Mit dem für den Handel wichtigen Weihnachtsgeschäft beginnt das Geschäftsjahr des Konzerns. Es steuert den Löwenanteil zum operativen Ergebnis bei.

Im Abschlussquartal hätten alle Vertriebslinien - Cash & Carry, Media-Saturn, Real und Kaufhof - flächenbereinigt zugelegt, hieß es weiter. Durch den Schlussspurt im vierten Quartal erreichte der Konzern im Gesamtjahr einen Umsatz von 63 Milliarden Euro. Dies waren vier Prozent weniger als im Vorjahr. Währungs- und portfoliobereinigt erhöhten sich die Umsätze hingegen um 1,3 Prozent. Flächenbereinigt erreicht der im Umbau befindliche Konzern ein kleines Plus von 0,1 Prozent und erfüllte damit seine eigenen Ziele. Der Konzern bestätigte seine Prognose für das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen und erwartet weiter einen leichten Zuwachs auf 1,75 Milliarden Euro.

Media-Saturn legt zu

Aufwärts ging es im letzten Quartal vor allem bei der zuletzt schwächelnden Elektroniktochter Media-Saturn: Der Umsatz erhöhte sich um 3,1 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Flächenbereinigt blieb ein Wachstum von 1,8 Prozent übrig. Das Unternehmen ist derzeit dabei, das lange vernachlässigte Internetgeschäft auszubauen und mit dem stationären Handel zu verzahnen.

Auch die anderen Vertriebslinien Cash & Carry, Real und Kaufhof konnten beim flächenbereinigten Umsatz zulegen, so dass sich für den Konzern hier ein Wachstum von 0,7 Prozent ergab. Metro baute dabei den Mehrkanalhandel, das Belieferungsgeschäft und den Anteil an Eigenmarken aus. Zwar nahm der Umsatz im Schlussquartal insgesamt um 2,6 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro ab; währungs- und portfoliobereinigt stieg er hingegen um 1,8 Prozent.

Zuletzt hatten Handelskonzerne in den USA und in Europa über eine maue Konsumstimmung geklagt und sich auch über das Weihnachtsgeschäft zunehmend pessimistisch geäußert. So senkte der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart seine Jahresprognose. Den Metro-Konkurrent Carrefour aus Frankreich belastet die schwache Konjunktur in Spanien und Italien.

Auch Metro bekommt die flaue Verbraucherstimmung in Westeuropa zu spüren, vor allem in ihrem Großhandelsgeschäft Cash & Carry. Im vierten Quartal sanken die Umsätze in der Region. In Deutschland kam der Handelskonzern nicht ganz an die Vorjahreswerte heran. Positiv entwickelten sich dagegen die Umsätze in Russland.

Metro steckt mitten in der strategischen Neuausrichtung. Dazu gehören auch Verkäufe von Unternehmensteilen. So hatte sich der Konzern im vergangenen Jahr von Real Osteuropa getrennt. Und mistet weiter aus: So verkaufte Metro ihre Aktienbeteiligung an dem britischen Großhandelsunternehmen Booker und vereinbarte die Veräußerung ihres Großhandelsgeschäftes in Vietnam, welche im ersten Halbjahr 2015 abgeschlossen werden soll. Zudem kündigte das Unternehmen an, dass sich Metro Cash & Carry aus Dänemark zurückzieht.

Quelle: ntv.de, tti/dpa/DJ/rts