Produktion sinkt im MaiUnternehmen schalten einen Gang zurück

Einzig die Konsumgüterhersteller wachsen im Mai. Der Rest der deutschen Unternehmen drosselt im Mai die Bänder. Für das zweite Quartal dürfte damit bestenfalls ein Mini-Wachstum der Wirtschaft übrigbleiben.
Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Mai überraschend zurückgefahren. Industrie, Baubranche und Energieversorger stellten zusammen 1,3 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Dies ist der stärkste Rückgang seit August 2014. Ökonomen hatten eine Stagnation erwartet. Im April hatte es noch ein Plus von 0,5 Prozent gegeben.
Damit haben sich die Chancen auf einen Wachstumsbeitrag der Industrie im zweiten Quartal deutlich verschlechtert. Im ersten Quartal, als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,7 Prozent gewachsen war, hatte die Produktion um 1,8 Prozent zugelegt.
Die Industrieproduktion verringerte sich im Mai um 1,8 Prozent. Die Produktion von Investitionsgütern nahm um 3,9 Prozent ab und die Produktion von Vorleistungsgütern um 0,3 Prozent. Die Erzeugung von Konsumgütern wurde dagegen um 0,5 Prozent gesteigert. Die Bauproduktion nahm um 0,9 Prozent ab und die Energieerzeugung um 3,9 Prozent.
Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe verwies zur Begründung für den Rückgang auf die milde Witterung im ersten Quartal. Dieser Sondereffekt sei nun entfallen. "Dies bringt das Produktionswachstum derzeit zum Erliegen, zumal auch die Weltwirtschaft nur verhalten wächst." Die überraschend gute Stimmung der Unternehmen dürfe sich daher vorwiegend auf das Produktionsniveau beziehen. Unter dem Strich dürfte dies das Bruttoinlandsprodukt im abgelaufenen Quartal spürbar belastet haben.
Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen zwigte sich wenig überrascht vom Rückgang und verwies seinerseits auf etliche Brückentage. Bereits für Juni könne mit einer gewissen Gegenbewegung gerechnet werden. Unter dem Strich rechnet er für das zweite Quartal nun mit einem Wirtschaftswachstum von lediglich 0,1 Prozent.