Wirtschaft

Verhandlungen um Staatsanleihen? Versicherer fordern Ausnahmen

In den Depots der deutschen Versicherungsbranche mutieren einst als sicher geltende Wertpapiere bündelweise zu brisanten Altlasten: Die griechische Schuldenkrise macht aus lukrativen Staatsanleihen gefährlichen Bilanz-Ballast. Zusätzlich droht die Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung Griechenlands. Die Versicherer bemühen sich um Ausnahmen.

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Hauptsitz in der Graurheindorfer Straße in Bonn: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die deutschen Versicherer haben einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge Verhandlungen mit der Finanzaufsicht Bafin und dem Bundesfinanzministerium aufgenommen. Die Branche bemühe sich um weitreichende Erleichterungen im Umgang mit griechischen Staatsanleihen, heißt es in dem Bericht.

Die Zeitung beruft sich auf ein internes Schreiben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) an die Vorstände seiner Mitglieder. Demzufolge will die Branche eine Ausnahme von Regeln, nach denen Anleihen unter einer bestimmten Bonitätsnote nicht im Deckungsstock einer Gesellschaft gehalten werden dürfen. Hintergrund ist die Herabstufung griechischer Staatsanleihen durch Ratingagenturen.

Der Versicherungsverband GDV argumentiert laut "FTD", dass die Versicherer kaum griechische Anleihen im Bestand hätten: deutlich weniger als 0,5 Prozent der gesamten Kapitalanlagen von 1,2 Mrd. Euro. Wenn man die Unternehmen jetzt zum Verkauf zwinge, bringe das Verluste und drücke weiter auf die Kurse.

Die Finanzaufsicht Bafin will dem Blatt zufolge bis zum Ende der Gespräche griechische Anleihen nicht beanstanden. Im Deckungsstock, der mittlerweile Sicherungsvermögen genannt wird, befinden sich Anlagen der Versicherer zur Deckung aller Ansprüche der Kunden.

Quelle: ntv.de, rts