Nummer drei geht leer ausVivendi findet Käufer für Mobilfunksparte

Nach einem harten Bieterstreit erteilt Vivendi den Zuschlag für seine Mobilfunksparte. In die Kasse des französischen Mischkonzerns fließt ein zweistelliger Milliardenbetrag. Einem Mitinteressenten nutzen auch vier Offerten nichts.
Im Bieterwettstreit um die Mobilfunksparte SFR des französischen Mischkonzerns Vivendi hat das Investmentvehikel Altice gewonnen. Der Board habe einstimmig Altice den Vorzug gegeben, teilte Vivendi mit. Vivendis Entscheidung für Altice ist ein Schlag für Frankreichs drittgrößten Mobilfunkanbieter Bouygues, der den Wettbewerber gerne selbst geschluckt hätte, um seinen Marktanteil auszuweiten.
Erst am Vortag hatte das Mobilfunkunternehmen Bouygues nochmals nachgelegt und die Barkomponente der Offerte ein weiteres Mal erhöht. Vivendi verhandelte seit drei Woche exklusiv mit Altice. Mit einer Transaktion wird sich die Zahl der Mobilfunkanbieter im hart umkämpften französischen Markt auf drei verringern. Hinter der Holding Altice steht der Milliardär Patrick Drahi, der SFR mit seinem Kabelnetzbetreiber Numericable zusammenlegen will.
Vivendi erklärte, das Gebot von Altice schaffe für die Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre einen besseren Wert. Nun werde Vivendi einen Anteil von 20 Prozent an der neuen Numericable-SFR-Gruppe halten. Das Gesamtangebot von Altice bewerte SFR mit insgesamt über 17 Milliarden Euro. Der Baranteil liege bei 13,5 Milliarden Euro, erklärte Vivendi weiter.
Vivendi setzt Konsolidierungswelle in Gang
Bouygues, Frankreichs drittgrößter Mobilfunkanbieter, hatte auf den letzten Drücker erneut 1,85 Milliarden auf sein Angebot draufgepackt, womit die Barkomponente auf 15 Milliarden Euro stieg. Vivendi sollte an dem neuen Konzern dann mit 10 Prozent beteiligt werden, zuvor waren 21,5 Prozent in der Planung. Es war bereits die vierte Offerte von Bouygues seit Ende Februar.
Nach Einschätzung von Analysten ist Vivendi mit einem Verkauf an Altice wahrscheinlich auf der sichereren Seite. Denn bei einem Deal mit Bouygues wäre die kartellrechtliche Prüfung länger und komplizierte geworden. Damit hätte dann auch Vivendi entsprechend mehr Zeit nötig, um sich selbst zu einem Medienkonzern umzubauen.
Die anstehende Konsolidierungswelle auf dem Telekommarkt in Frankreich hatte Vivendi selbst ausgelöst. Das Konglomerat will sich aus dem Telekommunikationssektor verabschieden. Eigentlich sollte erst diesen Sommer ein Deal erreicht werden. Doch plötzlich zog der Konzern seine Verkaufspläne für SFR vor.