Wirtschaft

Rein in Spaniens KabelnetzVodafone sichert sich Ono

17.03.2014, 11:14 Uhr
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Die Einkaufstour kommt Vodafone nicht gerade billig. (Foto: REUTERS)

Vodafone schlägt nach dem Zukauf von Kabel Deutschland erneut zu: Mit Ono holten die Briten nun auch den größten spanischen Kabelnetzbetreiber an Bord. Und legen dafür Milliarden auf den Tisch.

Der britische Mobilfunker Vodafone hat sich nach Kabel Deutschland erneut einen milliardenschweren Netzbetreiber in Europa geangelt. Vodafone übernimmt den spanischen Kabelnetzbetreiber Ono und zahlt dafür nach eigenen Angaben rund 7,2 Milliarden Euro inklusive Schulden.

Die Übernahme soll, wenn die Wettbewerbshüter zustimmen, im dritten Kalenderquartal dieses Jahres abgeschlossen werden. Ein lange geplanter Börsengang von Ono wird nun nicht stattfinden. In einem ersten Anlauf im Februar hatte Ono Vodafone noch die kalte Schulter gezeigt. Daraufhin hatten die Briten ihr Angebot aufgestockt.

Eigenes Netz gespart

Ono ist einer der letzten verbliebenen unabhängigen Kabelnetzbetreiber in Europa. Die Übernahme hat strategische Bedeutung. Mobilfunker wie Vodafone können ihren Kunden so Festnetz, Mobilfunk, Breitband-Internet und Fernsehen aus einer Hand anbieten, ohne Milliarden in den Ausbau eines eigenen Netzes stecken zu müssen.

Im Herbst hatte Vodafone Liberty Global bei der Übernahme von Kabel Deutschland ausgestochen. Durch die neue Übernahme in Spanien erhofft sich Vodafone-Chef Vittorio Colao bei der Bedienung von Kunden Synergien von rund einer Milliarde Euro pro Jahr. Über weitere Übernahmepläne in Europa machte er keine Angaben.

"Hinsichtlich des spanischen Marktes sind wir sehr viel optimistischer als noch vor einem Jahr", sagte er lediglich. Die Nachfrage nach Kommunikationsprodukten und Dienstleistungen aus einer Hand habe in Spanien in den vergangenen Jahren signifikant zugenommen.

Westeuropa ist einer der wichtigsten Märkte der Briten. Spanien steht für rund 4 Milliarden Euro und damit etwa 10 Prozent der Einnahmen von Vodafone im Kerngeschäft. Der Konzern hat sich in dem Land im Wettbewerb mit Telefónica, Jazztel und anderen Unternehmen schwer getan. Diese bieten Gebührenpakete an, die schnelles Internet für Zuhause, Bezahlfernsehen und Mobilfunkdienste beinhalten. Vodafones spanische Mobilfunktochter leidet unter sinkenden Umsätzen mit den Funkdiensten, schrumpfenden Margen und abwandernden Kunden.

Vodafone werde die Transaktion mit liquiden Mitteln sowie bereits existierenden aber noch nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien finanzieren, kündigte das Unternehmen an. Vodafone rechnet auf längere Sicht mit Einsparungen von rund 240 Millionen Euro. Der Konzern hatte erst im Februar einen 130 Milliarden US-Dollar schweren Verkauf seines Anteils an Verizon Wireless abgeschlossen.

Quelle: ntv.de, sla/dpa/DJ