Winter-Einbruch abgehaktZeichen stehen auf Aufschwung

Der harte Winter sorgt im Januar in der US-Industrie für den stärksten Einbruch seit fünf Jahren. Zweifel an der Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft werden laut. Der Februar liefert nun eine deutlich Entwarnung.
Nach dem witterungsbedingten Einbruch zu Jahresbeginn nimmt die US-Industrie wieder Fahrt auf. Die Produktion kletterte im Februar überraschend um 0,8 Prozent zum Vormonat, wie die Notenbank Federal Reserve mitteilte. Das war der stärkste Anstieg seit einem halben Jahr, für den besonders die Auto- und Maschinenbauer sorgten. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Damit wurde der durch die arktische Kälte verursachte Rückgang im Januar von 0,9 Prozent - der größte seit fast fünf Jahren - nahezu ausgebügelt.
Die Herstellung von Investitionsgütern erhöhte sich dabei um 1,3 Prozent (plus 0,3 Prozent), bei Werkstoffen wurde ein Anstieg von 0,4 Prozent (Stagnation) verzeichnet. Der Bergbausektor verbuchte einen Zuwachs um 0,3 Prozent (plus 0,5 Prozent). Die Versorger drosselten ihre Leistung um 0,2 Prozent (plus 3,8 Prozent).
Im vergangenen Jahr waren die Lagerbestände stetig gestiegen, weil die Industrieproduktion die Nachfrage überstieg. Der Vorrat an langlebigen Gütern kletterte im Januar auf einen Rekordwert. Wenn die Lagerbestände hoch sind, neigen die Firmen dazu, die Produktion zu bremsen. Hinzu kamen die Winterstürme in einigen Teilen des Landes, die Lieferketten unterbrachen und viele Arbeiter zwangen, zu Hause zu bleiben. Doch nun scheint die Industrie diese Schwierigkeiten überwunden zu haben.
"Konjunkturerholung intakt"
"Die Industrieproduktion signalisiert, dass die Konjunkturerholung in den USA grundsätzlich intakt ist", sagte Postbank-Ökonom Thilo Heidrich. Das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die US-Notenbank in dieser Woche eine weitere Reduzierung ihrer monatlichen Wertpapierkäufe ankündigen wird - der Wirtschaft also weniger stark hilft.
Der Aufwärtstrend in der Industrie dürfte sich im März fortsetzen. Das deutet der "Empire State Index" der New Yorker Notenbank an: Der wichtige Frühindikator stieg von 4,48 auf 5,61 Zähler. Die Unternehmen lasteten ihre Maschinen und Anlagen zuletzt schon wieder besser aus. Die Kapazitätsauslastung stieg im Februar leicht auf 78,8 Prozent.