Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag225-Punkte-Abschlag: Das wird für den Dax heute wichtig

14.02.2022, 06:25 Uhr

Mehr als zwei Prozent hat der Dax in der Vorwoche zugelegt und damit den größten Wochengewinn seit mehr als zwei Monaten eingefahren. Und das trotz Pandemie-Sorgen, Ukraine-Krise und Zins-Spekulationen. Vor allem Letztere hatten die Märkte in der zweiten Wochenhälfte fest im Griff. Der Grund: Die US-Teuerungsrate fiel mit 7,5 Prozent so hoch aus wie seit 40 Jahren nicht mehr. Die Anleger reagierten daraufhin verunsichert. Wie viel Zinserhöhungen wird es in den USA in diesem Jahr geben? Zuletzt wurden Stimmen laut, dass es sogar bis zu sieben sein könnten. Damit wächst natürlich auch der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB). Zum Wochenschluss gab es für den deutschen Börsenleitindex dann noch einmal ein Minus von 65 Punkten oder 0,4 Prozent auf 15.425 Zähler. Aktuell wird der Dax mit einem Kurs um 15.200 Stellen taxiert - und damit deutlich schwächer, wohl auch wegen des schwachen Wall-Street-Wochenschlusses.

Mag auch die neue Woche von anhaltender Inflation, nahenden US-Zinsschritten und der Furcht vor einem Krieg in der Ukraine bestimmt sein: Experten raten dazu, sich nicht Bange machen zu lassen. "Auch wenn die Volatilität wahrscheinlich hoch bleiben wird, stehen die Märkte besser da als viele Investoren glauben", sagt Christophe Braun, Investmentdirektor für Aktien beim Vermögensverwalter Capital Group. Auch Maximilian Kunkel, Chef-Anlagestratege für Deutschland bei der Bank UBS, sieht während der Bilanzsaison weiter größere Kursausschläge kommen. Jedoch böten die Zahlen der US-Firmen Rückenwind: Drei Viertel der Unternehmen hätten die Erwartungen im Schnitt um fünf Prozent übertroffen. Das sei nicht schlechter als im langjährigen Durchschnitt.

Die Verunsicherung um Geo- und Geldpolitik dränge dabei die Coronavirus-Pandemie in den Hintergrund, gibt Patrick Linden, Partner bei Vermögensverwalter Clartan Associes, zu bedenken. "Auch wenn Anleger gerade Druck von allen Seiten Stand halten müssen – bei dem ein oder anderen Finanzmarktakteur dürfte der Status Quo nach zwei Jahren Corona-Fokus für gelegentliche Nostalgie-Gefühle sorgen. Denn auch in den kommenden Wochen dürfte die Entwicklung der Indizes nicht von gesundheitspolitischen Herausforderungen bestimmt werden."

Die neue Woche startet eher ruhig: Eine Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde vor dem EU-Parlament zum 20. Jahrestag der Einführung des Euro-Bargelds steht etwa auf der Agenda. Anleger könnten sich hierbei auch Hinweise auf die Geld- und Zinspolitik der Zentralbank erhoffen. Von Unternehmensseite stehen die Autowerte im Blick, genauer die Zulieferer, denn der Reifenhersteller Michelin liefert das Jahresergebnis. Bei Continental dürfte das Management genauer hinschauen. Zudem gibt es Geschäftszahlen des US-Mischkonzerns 3M und des deutschen Saatgut-Unternehmens KWS.

Quelle: ntv.de