Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag39 Prozent Rendite? Chinesen pumpen Angestellte an

18.01.2018, 11:11 Uhr
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(Foto: REUTERS)

Der chinesische Mischkonzern HNA, der in diesem Jahr Milliarden von Dollar an Schulden abbezahlen muss, hat einen neuen Weg gefunden, um bei seinen Mitarbeitern Geld einzusammeln. Der Großaktionär der Deutschen Bank stellte seiner Belegschaft dem "Wall Street Journal" ein neues Investmentprodukt vor, das ihnen eine satte jährliche Mindestrendite von 9,5 Prozent verspricht - und potenziell auch bis zu 39 Prozent einfahren könnte.

Demnach will die HNA-Tochter Yanshan Investment Management mit dem Verkauf des Produktes 300 Millionen Yuan (umgerechnet rund 38 Millionen Euro) einsammeln. Die Renditen würden den Angaben zufolge auf dem Wert der Aktien eines in Hongkong börsennotierten Logistikunternehmens namens CWT International basieren, ebenfalls eine Tochter von HNA.

HNA hat mehr als 410.000 Mitarbeiter. Ihnen wurde gesagt, dass sie mindestens 100.000 Yuan (etwa 12.700 Euro) investieren müssten und sich ihr Geld nach sechs, zwölf oder 18 Monaten auszahlen lassen könnten.

HNA hat sich in der Vergangenheit bereits mit anderen Investitionsplänen Geld von Mitarbeitern geliehen, was dem Unternehmen tatsächlich zu einer kurzfristigen Finanzierung verhalf. Ende vergangenen Jahres geriet eine HNA-Tochter allerdings mit der Rückzahlung von Krediten an Mitarbeiter und Investoren ins Hintertreffen.

Die HNA Group hat nach einer teuren Einkaufstour Beteiligungen an Unternehmen auf der ganzen Welt, neben der Deutschen Bank unter anderem auch an der Hotelkette Hilton - aber auch Schulden in Höhe von rund 100 Milliarden Dollar.