Der Börsen-TagAbwärtssog an Asien-Börsen
Die gute Stimmung an den ostasiatischen Börsen vom Donnerstag ist bereits wieder verpufft. Nachdem die Indizes in Europa und den USA im Handelsverlauf am Vortag auf Talfahrt gegangen waren, belastet zum einen von Sorgen vor weiteren deutlichen Zinserhöhungen, weil die Konjunkturdaten des Tages gut ausgefallen waren und somit der US-Notenbank potenziell Spielraum einräumen, die Geldpolitik weiter zu straffen. Zugleich war aber auch von Rezessionsängsten zu hören mit Blick auf eine zu stringente Zinspolitik.
Der Nikkei verliert 1,0 Prozent auf 26.247 Punkte, in Seoul gibt der Kospi sogar um 1,7 Prozent nach, und auch die chinesischen Börsen liegen im Minus, wenn auch etwas moderater. Sydney hat mit einem Minus von 0,6 Prozent den Handel schon beendet.
Neue Preisdaten aus Japan zeigen, dass die Inflation dort im November mit einer Jahresrate von 3,7 Prozent weiter deutlich über dem 2-Prozent-Zielwert der japanischen Notenbank liegt. Die war erst zu Wochenbeginn auf einen zaghaften Straffungskurs eingeschwenkt, hatte dies da aber nicht mit der hohen Inflation erklärt. Die japanische Zehnjahresrendite verharrt mit 0,40 Prozent auf dem am Vortag wieder deutlich ermäßigten Niveau, der Yen tendiert seitwärts.
Der Stimmung ebenfalls abträglich ist die von den USA erstellte schwarze Liste chinesischer Unternehmen, die nicht ohne weiteres mit US-Produkten beliefert werden dürfen. Die Ausweitung dieser Liste schränkt laut den Analysten von Nomura Chinas Fähigkeit weiter ein, fortschrittliche Chipfertigungskapazitäten zu entwickeln und Zugang zu Hochleistungs-Verarbeitungstechnologie zu erhalten, nachdem in den USA bereits im Oktober Exportkontrollen eingeführt wurden. Für eine zumindest gewisse Kompensation könne aber die beschleunigte Beschaffung im Inland sorgen.