Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag"Am Ende wird sich der Markt auf den Tipping Point auf hohem Niveau einschießen"

11.04.2023, 08:06 Uhr

Mit einem vorsichtigen Start nach den Osterfeiertagen rechnen Händler. Die Märkte dürften sich vor allem zunächst mit den US-Arbeitsmarktdaten vom Karfreitag beschäftigen, wobei sich am Ende die positive Interpretation durchsetzen sollte. Die Futures deuten am Morgen auf einen DAX-Start knapp unter 15.700 Punkten. Denn bei den Daten war sowohl für Zins-Bullen als auch -Bären genügend Argumentationsstoff enthalten. Vor allem, da sich zwar eine Abkühlung zeigte, der Stellenaufbau in den USA aber noch immer stark und über den Durchschnittsniveaus aus der Vor-Corona-Zeit bis 2019 lag.

"Am Ende wird sich der Markt auf den Tipping Point auf hohem Niveau einschießen", sagt ein Händler. Die Märkte hätten darauf lediglich "unsinnige" Interpretationen ausgepreist, wie etwa ein sofortiges Ende der Zinserhöhungen. Am US-Bondmarkt glauben nur noch 29 Prozent der Marktteilnehmer an keinen Zinsschritt, vor einer Woche waren es noch 43 Prozent. Die Rendite zehnjähriger 10-US-Anleihen tendiert nun leicht erhöht um 3,40 Prozent, zeigt aber keinen weiteren Aufwärtsdruck.

"Entscheidend für den nächsten Trend ist das US-CPI", sagt ein Händler mit Blick auf die am Mittwoch anstehenden Verbraucherpreise. Die Daten sind dann die aktuellste Entscheidungsgrundlage für die kommende Fed-Sitzung in drei Wochen. Hoffnung auf einen nachlassenden Preisdruck machen Daten aus China: Hier lagen sowohl Verbraucher- als auch Erzeugerpreise unter Erwartung. Damit könnten auch die Einkaufspreise für US-Unternehmen gesunken sein, so die Hoffnung.

Der Datenkalender in Europa ist noch recht leer. Geblickt wird auf den EU-Einzelhandel und den Sentix-Konjunkturindex sowie eventuelle Aussagen von der IWF-Sitzung. In den USA redet am Nachmittag der stimmberechtigte Fed-Chicago-Präsident Goolsbee.