Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagAngst vor Stagflation: Dax flüchtet mal kurz in den Keller

01.10.2021, 17:38 Uhr

Die europäischen Börsen haben sich heute volatil gezeigt. In einer technischen Gegenbewegung wurde die Tagesverluste fast vollständig aufgeholt, die Erholung wurde dann aber schnell von der negativen Gesamtstimmung wieder eingeholt: Lieferengpässe, steigende Rohstoffpreise und Inflation bei gleichzeitig schwächerer Entwicklung der Wirtschaft lassen Sorgen vor einer Stagflation aufkommen.

In diesem Umfeld verlor der Dax 0,7 Prozent auf 15.156 Punkte, im Tagestief hatte er bei 14.984 Punkten gestanden. Auf Wochensicht gab der deutsche Leitindex rund 380 Punkte ab. Immerhin hat damit die wichtige Unterstützung bei 15.000 Punkten gehalten, auf deren Niveau auch in etwa die 200-Tagelinie verläuft. Der EuroStoxx50 gab um 0,3 Prozent auf 4037 Punkte nach - kurzzeitig lag er unterhalb der 4000er-Marke.

Die Inflation in der Eurozone ist derweil auf ein 13-Jahreshoch gestiegen. Im September stieg der Verbraucherpreisindex um 3,4 Prozent, die Konsensschätzung lag mit 3,3 Prozent knapp darunter. EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird zwar nicht müde zu betonen, dass Teile des Preisauftriebs temporärer Natur seien und dass eine geduldige Geldpolitik das Mittel der Wahl ist. Dennoch könnte der Druck innerhalb der EZB größer werden, darüber nachzudenken, ob die extrem expansive Ausrichtung der Geldpolitik dauerhaft gerechtfertigt ist.

Bei den Einzelwerten stiegen BMW nach einer erhöhten Gewinnprognose um 1,3 Prozent. Das Unternehmen sieht die Auto-EBIT-Marge 2021 statt zwischen sieben und neun nun bei 9,5 bis 10,5 Prozent. Die Analysten der Citi weisen darauf hin, dass der Markt im Konsens mit 9,7 Prozent gerechnet hatte. Auch beim Cashflow habe der Marktkonsens nur 5,7 Milliarden erwartet, BMW sieht nun 6,5 Milliarden Euro. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung bei Daimler haben die Aktionäre derweil der Abspaltung der Lkw-Sparte zugestimmt. Die Daimler-Aktie verteuerte sich um 0,9 Prozent.

Siemens Healthineers gaben 1,9 Prozent ab, Sartorius stürzten um 9,9 Prozent ab. Neben der negativen Stimmung am Gesamtmarkt dürften sich hier Abstufungen durch die Societe Generale bemerkbar machen. Die Analysten sollen beide Aktien von "Buy" auf "Hold" gesenkt haben.