Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagAnleger in Asien nach US-Inflationsdaten nervös

16.07.2025, 10:13 Uhr

Der US-Inflationsbericht für Juni hat die Stimmung an den Börsen in Asien eingetrübt. Die Börse Shanghai verlor 0,2 Prozent auf 3498 Punkte. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,4 Prozent auf 4004 Zähler. In Tokio traten der 225 Werte umfassende Nikkei-Index und der breiter gefasste Topix mehr oder weniger auf der Stelle.

Über Wasser hielten die Börsenbarometer steigende Technologieaktien nach dem jüngsten Kurssprung beim US-Chipriesen Nvidia. Die US-Verbraucherpreise stiegen im Juni um 0,3 Prozent und damit so stark wie seit Januar nicht mehr. Dies dämpfte die Hoffnung der Börsianer auf eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank Fed. Die Währungshüter, die die Zinsen zuletzt stabil hielten, halten Ausschau nach inflationären Effekten der neuen US-Zölle.

"Wir kennen die erklärte Präferenz von Fed-Chef Powell und einigen seiner Kollegen, die Auswirkungen der Zölle abzuwarten", sagte Taylor Nugent, Chefvolkswirt bei der National Australia Bank. "Diejenigen in diesem Lager sehen sich durch diese Daten in ihrer Ansicht bestärkt." Für schlechte Laune sorgten auch die anhaltenden Sorgen über die US-Handelspolitik selbst. "Wir gehen davon aus, dass der US-Zollsatz auf chinesische Waren bei 30 Prozent bleibt, doch die jüngste Ausweitung der Zölle auf andere Volkswirtschaften dürfte die Dynamik des Welthandels weiter bremsen", schrieben die Experten von Morgan Stanley.

Problematisch sei etwa das zweistufige Zollsystem für US-Importe aus Vietnam mit 20 Prozent auf direkte Importe und 40 Prozent auf solche, die als Weiterleitungen aus China gelten. "Sollte diese Regelung auf weitere Länder ausgeweitet werden, könnte dies Chinas Exportleistung zusätzlich unter Druck setzen."

Quelle: ntv.de