Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagArgentinien unternimmt "letzten Versuch"

06.07.2020, 13:55 Uhr

Argentinien hat das Umschuldungsangebot an seine Gläubiger verbessert. Präsident Alberto Fernandez sprach von einem "letzten Versuch", der seinem Land maximale Anstrengungen abfordere. Zugleich setzte er eine Frist zur Annahme bis zum 4. August.

Das südamerikanische Land kann seine Schulden nicht mehr bedienen und gilt seit Mai als zahlungsunfähig. Es versucht ausländische Investoren, die Anleihen im Volumen von etwa 65 Milliarden Dollar halten, zu einem Verzicht auf einen erheblichen Teil ihrer Forderungen zu bewegen. Die Verhandlungen mit den Investoren waren in eine Sackgasse geraten, nachdem zwei Gruppen von Gläubigern stärkere Absicherungen eingefordert hatten.

Scheitern die Gespräche, droht Argentinien den Zugang zu den internationalen Kreditmärkten zu verlieren, und zudem ein langwieriger Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang. Das Land, das bereits neun Staatspleiten in seiner Geschichte zu verzeichnen hat, steckt in der Rezession und kämpft zudem mit den Folgen der Corona-Krise.

Das Land war bereits 2001/02 in die Staatspleite gerutscht, nachdem es seine Schulden nicht mehr bedient hatte. Danach hatte sich die Regierung mit den meisten Geldgebern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen geeinigt.

Mehrere Hedgefonds kauften die Bonds damals zu vergleichsweise günstigen Preisen auf, verweigerten aber einen Schuldenschnitt. Eine Einigung nach langjährigem Rechtsstreit machte letztlich den Weg für Argentinien frei, auf internationalen Kredit-Märkten wieder Fuß zu fassen.

Quelle: ntv.de