Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagAufrüstung – der pure Dax-Wahnsinn

04.03.2025, 05:59 Uhr

So etwas nennt man wohl einen fulminanten Wochenstart: Der Dax, der sich am Freitag mit 22.551 Punkten ins Wochenende verabschiedet hatte, schließt gestern mit einem Stand von 23.147 Punkten 2,6 Prozent oder knapp 600 Stellen fester. Dabei markierte der deutsche Börsenleitindex mit 23.308 Zählern ein neues Allzeithoch. Und an der Wall Street? Da sah es zum Wochenstart ganz anders aus.

Thema Nummer eins war der Eklat um den ukrainischen Präsidenten Selenskyj im Weißen Haus am Freitag. Europa reagierte darauf mit einem solidarischen Treffen der führenden Politiker in London und einer Bestärkung der Zusammenarbeit mit der Ukraine. Die Kurse von Rüstungswerten, die zuletzt bereits sehr fest im Markt lagen, gingen darauf durch die Decke in Erwartung deutlich höherer Rüstungsausgaben durch die Europäer. Zusätzliche Unterstützung für die Börsen und insbesondere den Automobilsektor kam von Aussagen der EU: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat erklärt, dass europäischen Autoproduzenten ein zusätzlicher Zeitraum von drei Jahren gewährt werden soll, um die ab eigentlich diesem Jahr verbindlichen CO2-Ziele zu erreichen.

Wie schon in den vergangenen Tagen und Wochen stehen US-Präsident Donald Trump und dessen politische Maßnahmen heute im Fokus. Er hält seine erste Rede vor beiden Kongresskammern seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus. Es wird erwartet, dass er den Abgeordneten und Senatoren sowie Millionen Zuschauern an den Bildschirmen seine Regierungsvorhaben erläutert und versucht, das Publikum auf seinen umstrittenen Kurs einzuschwören. Der Auftritt wird weltweit von zahlreichen Sendern live übertragen, hierzulande ist der Beginn der Rede in der Nacht zum Mittwoch um 3.00 Uhr geplant.

In Berlin treffen sich indes bis Donnerstag Vertreter der Tourismusbranche zur weltweit größten Branchenmesse ITB. Die Zeichen für den Reisemarkt 2025 stehen nach Einschätzung der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) auf Wachstum. Die Zahl der Reisen könnte in diesem Jahr das Niveau vor der Corona-Krise von 71 Millionen etwas übertreffen. Nach den Zahlen des Deutschen Reiseverbands (DRV) stieg der Umsatz für die Sommersaison 2025 (Mai bis Oktober) um zwölf Prozent und die Zahl der Reisenden um sechs Prozent.

Unternehmensseitig öffnet der Autozulieferer Continental seine Bücher und gibt einen Ausblick auf das laufende Jahr. Dabei dürfte insbesondere die Autosparte weiter unter der schwachen Nachfrage leiden. Bei der Gewinnmarge sagte Continental zuletzt allerdings dank der laufenden Sparprogramme und dem Abbau tausender Arbeitsplätze Besserung voraus. Investoren hoffen bei der Bilanz-Pressekonferenz zudem auf weitere Nachrichten zur Zukunft der Autosparte. Diese soll vom Rest des Konzerns getrennt und separat an die Börse gebracht werden. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de