Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagAussichten deutscher Firmen trüben sich ein

12.07.2022, 14:55 Uhr

Die deutschen Firmen blicken wegen der Folgen des Ukraine-Kriegs deutlich skeptischer nach vorn. Die Erwartungen in puncto Produktion, Beschäftigung und Investitionen trübten sich für 2022 immer stärker ein, wie aus einer Studie des IW-Instituts unter rund 2300 Unternehmen hervorgeht, die Reuters am Dienstag vorlag. Demnach rechnen zwar 37 Prozent mit einem Produktionsplus im Vergleich zu 2021 und ein Viertel mit einem Minus. Allerdings lag der Saldo aus positiven und negativen Geschäftserwartungen im Juni damit nur noch bei zwölf Prozentpunkten, nach 34 im Spätherbst 2021 und 15 im Frühjahr 2022. Vor allem am Bau drohe eine Rezession. "Hier bremsen Materialengpässe, hohe Kostensteigerungen und fehlende Mitarbeiter die wirtschaftlichen Aktivitäten."

Auf die Stimmung der Wirtschaft drückten vor allem die Kriegsfolgen, die hohen Energiepreise, eine schlechte Auftragslage bei der Industrie und wenig Konsum. Im Frühjahr hatte es noch die Hoffnung auf einen Nachholeffekt bei Auslaufen der Corona-Einschränkungen gegeben. Dieses Potenzial werde durch die zuletzt hohe Inflation von sieben bis acht Prozent jedoch "mehr als aufgerieben".