Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagAutozölle würden alle Hersteller hart treffen

26.06.2018, 10:42 Uhr

Eine weitere Studie, die auf die Stimmung der Anleger am Aktienmarkt drücken dürfte: Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle von 25 Prozent auf Autos und Fahrzeugteile werden nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's fast alle Firmen der globalen Autoindustrie - Hersteller, Zulieferer, Händler und Transporteure - negativ beeinflussen. Besonders leiden würden jedoch europäische Automobilhersteller ohne US-Werke wie Jaguar Land Rover.

Die großen deutschen Produzenten sind vergleichsweise gut aufgestellt, meint Moody's. BMW, Daimler und VW importieren zwar mehr als die Hälfte der Autos, die sie in den USA verkaufen. Aber die Importe machen nur 12 Prozent des gesamten Jahresabsatzes von BMW, etwa 8 Prozent bei Daimler und 3 Prozent des Konzernabsatzes von VW aus. Zudem könnten Premiummarken wie BMW, Mercedes-Benz, Audi und Porsche besser positioniert sein, um einen Teil der Zollbelastung an ihre Kunden weiterzugeben.

Zudem würden die möglichen US-Zölle auch die US-Hersteller selbst treffen: Ford und GM unterhalten große Fabriken in Mexiko und Kanada, aus denen Autos zum Verkauf in die USA importieren. Bei GM komme 30 Prozent des Absatzes aus ausländischen Fabriken, bei Ford 20 Prozent.