Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagBankenverband kritisiert EZB-Entscheid

25.01.2018, 16:33 Uhr
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Die Banken wollen ihre Bilanzen stärken. (Foto: picture alliance / Max Rumpenhor)

Der Bundesverband deutscher Banken hat Kritik an der EZB geübt. "Die Europäische Zentralbank hat heute die Chance vertan, ein neues Signal in Richtung einer geldpolitischen Normalisierung zu senden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Christian Ossig. "Stattdessen verharrt sie tief im Krisenmodus."

Ossig nannte die Gegensätze "enorm" und betonte, während im Euroraum ein recht kräftiger Aufschwung in Gang gekommen sei, und sich die Inflationsrate bereits vor einem Jahr deutlich von der Nulllinie entfernt habe, pumpe die EZB weiterhin jeden Monat einen zweistelligen Milliardenbetrag an zusätzlicher Liquidität in die Märkte.

Zudem belaste sie mit einem negativen Einlagezins die Ertragslage der Banken im Euroraum - derzeit mit rund 7,5 Milliarden Euro jährlich. "Dieses Geld könnten die Finanzinstitute an anderer Stelle viel besser einsetzen, etwa um ihre Bilanzen zu stärken."

Im Vorfeld ihrer Ratssitzung war die EZB auch aus der Bundespolitik zu einem neuen zinspolitischen Kurs aufgefordert worden.