Der Börsen-TagBilanzchaos bei Gerresheimer - Aktie rauscht in den Keller
Neue Zweifel an den Bilanzen von Gerresheimer könnten juristische Probleme für den Verpackungshersteller nach sich ziehen. Die Aktionärsvereinigung DSW teilte mit, sie wolle Schadenersatzansprüche prüfen. Betroffene Aktionäre sollten sich melden, so die DSW. Die Aktie setzte ihre seit Jahren anhaltende Talfahrt fort und gab zeitweise fast 20 Prozent nach. Gerresheimer war damit der mit Abstand schwächste Wert im SDax. "Eine unendliche Geschichte, und es wird schlimmer", hieß es bei einem Händler. Die Aktie sei "uninvestierbar". Seit September 2023 hat das Papier mehr als 85 Prozent seines Wertes verloren.
Am Mittwochabend hatte Gerresheimer mitgeteilt, die Finanzaufsicht BaFin wolle ihre Bilanzprüfung ausweiten. Die Prüfer hätten konkrete Anhaltspunkte gefunden, dass im Abschluss für das Geschäftsjahr 2023/24 weitere Fehler gemacht wurden. Außerdem untersuche die BaFin nun auch den Halbjahresbericht 2024/25. Bisher hatte sich die Finanzaufsicht vor allem am Umgang mit sogenannten "Bill-and-hold"-Verträgen gestört, bei denen Gerresheimer Umsätze und die damit verbundenen Gewinne zu früh gebucht habe.