Der Börsen-TagBrexit-Risiko an der Börse: Dax zieht den Kopf ein
Am deutschen Aktienmarkt zeichnet sich ein unterkühlter Auftakt ab. Am Tag nach Mays krachenden Niederlage im britischen Unterhaus ist in der Frage des EU-Austritt Großbritanniens in zweieinhalb Wochen weiterhin alles offen - von einer Fristverschiebung, über ein neues Referendum bis hin zum Worst-Case-Szenario, dem ungeregelten Ausscheiden in Form eines kaum kalkulierbaren No-Deal-Brexit.
In den vorbörslich errechneten Indikationen wird der deutsche Leitindex Dax zur Eröffnung bei 11.489,50 Punkten gesehen, was einem Minus von 0,3 Prozent entspricht.
Am Vorabend war das Frankfurter Börsenbarometer bereits 0,2 Prozent im Minus bei 11.524,17 Punkten aus dem Handel gegangen.
Neuen Schwung in den Handel dürften die am Morgen einlaufenden Geschäftsergebnisse prominenter Namen bringen: Jahreszahlen gibt es von Adidas, Eon und Innogy. Daneben berichten Unternehmen wie Fraport, Symrise und Rheinmetall über den aktuellen Geschäftsverlauf.
Das Thema Brexit dürfte die Gespräche am Markt beherrschen: Nach der Abstimmungsniederlage von Premier Theresa May, die am Vortag mit ihrem nachgebesserten Brexit-Deal im britischen Unterhaus durchgefallen war, sollen die Londoner Abgeordneten im Tagesverlauf nun darüber abstimmen, ob Großbritannien die EU ohne Scheidungsvereinbarung verlassen soll. Lehnen sie auch das ab, soll am Donnerstag die Entscheidung über einen Antrag auf eine Verschiebung des Brexit folgen.
Die Konjunkturdaten werden dadurch zur Nebensache. Auf dem Terminplan stehen unter anderem Daten zur europäischen Industrieproduktion sowie die Auftragseingänge für langlebige US-Güter.