Der Börsen-TagBritisches Pfund testet Schmerzgrenze
Wer hat Angst vor den Verwerfungen des Pfunds? Boris Johnson offensichtlich nicht.
Der Markt preist beim britischen Pfund zunehmend das Risiko eines ungeordneten Brexits ein. Laut Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen könnte sich die Abwertungsbewegung bis Oktober weiter verstärken. So könnte auch die Schmerzgrenze für die britische Regierung ausgetestet werden.
Dass das Pfund aufgrund der steigenden Angst vor einem ungeordneten Brexit am 31. Oktober so unter Druck gerät, sei nicht verwunderlich, sagt die Analystin. Verwunderlich sei aber das Timing. Offenbar sei sich der Markt auf einmal viel sicherer, dass Boris Johnson es ernst mit dem EU-Austritt meint- mit oder ohne Abkommen. Und das nur, weil Johnson die Vorbereitungen für einen ungeordneten Brexit intensivieren lässt. Die Analystin bezweifelt, dass dies ein verlässlicher Indikator ist.
Seit Beginn der Woche hat das Pfund schon wieder zwei Prozent an Wert verloren.