Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagChinas Finanzwächter intervenieren gegen Börsenschwäche

19.10.2018, 15:27 Uhr
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Seit Januar hat der Aktienindex CSI 300 etwa 30 Prozent eingebüßt. (Foto: dpa)

In einem äußerst seltenen Schritt haben gleich mehrere hochrangige chinesische Offizielle gegen die anhaltende Talfahrt der nationalen Börse verbal interveniert.

  • Am Freitag meldeten sich die Chefs der Notenbank, der Banken- und Versicherungsaufsicht sowie der Börsenaufsicht zeitgleich zu Wort. Fachleute sehen in der wohl konzertierten Aktion einen Versuch, sich mit Worten gegen die schweren Kursverluste an den Aktienmärkten zu stemmen.

  • Der Vorsitzende der nationalen Notenbank People's Bank of China, Yi Gang, ließ teilte auf der Internetseite der Notenbank mit , dass die jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten durch die Anlegerstimmung verursacht worden seien. Die Zentralbank prüfe Maßnahmen, um etwaige Finanzierungsschwierigkeiten von Unternehmen zu verringern. Die geldpolitischen Instrumente würden genutzt, um die Kreditvergabe der Banken zu stützen.

  • Der Vorsitzende der Banken- und Versicherungsaufsicht, Guo Shuqing, äußerte sich ebenfalls. Er sprach von "abnormalen Schwankungen" an den Märkten, die nicht den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und dem "stabilen Finanzsystem" Chinas entsprächen. Der Chef der Börsenaufsicht, Liu Shiyu, forderte die lokalen Regierungen auf, das ihnen Mögliche zu tun, um Druck vom Finanzsystem zu nehmen.

Chinas Aktienmarkt zählt in diesem Jahr zu den schwächsten weltweit. Seit Januar hat der Aktienindex CSI 300 etwa 30 Prozent eingebüßt. Als wichtigster Grund dafür gilt der eskalierende Handelskonflikt mit den USA.