Der Börsen-TagChipwerte in Asien gefragt
Uneinheitlich präsentieren sich die Börsen in Ostasien und Australien. Allgemein ist die Kauflust eher gedämpft, nachdem das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung, das am späten Mittwoch veröffentlicht wurde, gegen baldige Zinssenkungen sprach. Demnach sind die Notenbanker zu dem Schluss gekommen, dass sie die Zinsen noch länger als erwartet auf dem aktuellen Niveau halten müssen, nachdem die Daten zur Inflation im vergangenen Monat zum dritten Mal in Folge enttäuschend ausgefallen waren.
Dazu verunsichert ein Großmanöver des chinesischen Militärs rund um Taiwan die Anleger. Damit will Peking wohl den neuen taiwanischen Präsidenten Lai Ching-te auf die Probe stellen, einen Verfechter der Unabhängigkeit Taiwans. Thema am Markt ist auch das Risiko eines neuen Handelsstreits zwischen den USA und China, nachdem Washington neue Strafzölle auf chinesische Waren beschlossen hat, die ab dem 1. August gelten sollen.
Chipwerte profitieren in der Region derweil von dem optimistischen Ausblick, den Nvidia am Mittwoch nach Börsenschluss in den USA bei der Vorlage starker Geschäftszahlen gegeben hat.
An den chinesischen Börsen geht es deutlicher abwärts. In Shanghai verliert der Composite-Index 1,0 Prozent. Der Hang-Seng-Index gibt in Hongkong um 1,4 Prozent nach. In Tokio steigt der Nikkei 1,2 Prozent, unter anderem gestützt vom nach wie vor schwachen Yen. Gesucht sind auch hier Chipwerte. Tokyo Electron rücken um 2,1 Prozent vor und Advantest um 4,5 Prozent. Der Aktienmarkt in Seoul zeigt sich etwas fester, nachdem die Bank of Korea den Leitzins stabil gehalten hat. Gleichzeitig hob die Notenbank die Prognose des heimischen Wirtschaftswachstums an und signalisierte damit, dass Zinssenkungen länger auf sich warten lassen dürften. Der Kospi legt um 0,3 Prozent zu. Der Kurs des Indexschwergewichts und Chipgiganten Samsung Electronics steigt um 1,5 Prozent. SK Hynix verbessern sich um 2,2 Prozent.