Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagCorona beschert Italien riesiges Staatsdefizit

02.10.2020, 14:18 Uhr
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(Foto: imago images / Christian Ohde)

Die Corona-Krise hat mit voller Wucht auf die italienischen Staatsfinanzen durchgeschlagen. Die Neuverschuldung schnellte im ersten Halbjahr auf 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) nach oben, wie das Statistikamt Istat in Rom mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte das Defizit noch bei 3,2 Prozent gelegen.

Die Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte ihre Ausgaben um fünf Prozent erhöht, um die Folgen der schweren Rezession abzufedern. Zudem sanken die Einnahmen um 7,7 Prozent, weil durch die Krise beispielsweise das Steueraufkommen zurückging. Die Regierung strebt für dieses Jahr ein Defizit von 10,8 Prozent an, nachdem es 2019 noch bei 1,6 Prozent lag.

Die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone ist im Frühjahr im Rekordtempo von 12,8 Prozent eingebrochen. Die EU-Kommission rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr um 11,2 Prozent schrumpfen wird, während die Regierung in Rom nur mit einem Minus von etwa acht Prozent rechnet.