Der Börsen-TagDAX-Erholung, aber neue Sorgen
Nach dem überraschend deutlichen Rücksetzer am Donnerstag werden die europäischen Aktienmärkte zunächst im Plus erwartet. Die Tendenz gibt die Wall Street vor, die in der zweiten Sitzungshälfte die zuvor gesehenen Verluste aufholen konnte. So wird der DAX am Morgen bei 16.640 Punkten gesehen nach einem Schluss am Vortag bei 16.547 Punkten. Ob das allerdings über den Tag gehalten werden kann, bleibt abzuwarten. Denn viel Gegenwind für die Börsen braut sich momentan im Nahen Osten zusammen.
Eine von den USA geführte Koalition startete am späten Donnerstag mehr als ein Dutzend Angriffe auf Ziele der Huthi-Rebellen im Jemen, sagten Beamte, zwei Tage nachdem die jemenitischen Milizen eine Frist verstreichen ließen, ihre Angriffe auf Schiffe im Roten Meer einzustellen. Der Ölpreis reagierte sofort auf die dortige Entwicklung. Öl der Sorte Brent verteuert sich um 2 Prozent auf knapp 79 Dollar. Auch die Gewinne bei den Anleihen dürften auf die Suche nach sicheren Häfen zurückzuführen sein. Der Euro notiert bei 1,0980 Dollar. Die Huthi-Rebellen haben Großbritannien und den USA Vergeltung für die Luftangriffe angedroht.
Welche Auswirkungen es hat, dass die Schiffe aus Asien nicht mehr durch den Suez-Kanal fahren, sondern den langen Weg um das Kap der guten Hoffnung nehmen, dürfte der europäischen Wirtschaft schnell schmerzlich bewusst werden. Denn zum einen steigen die Transportkosten mit den höheren Lieferkosten deutlich an, was sich auch in der Inflation widerspiegeln sollte. Zum anderen wird auch die Lieferkettenproblematik schnell wieder sichtbar. So muss Tesla einen Teil der Produktion in seinem Werk in Grünheide für rund zwei Wochen stilllegen. Grund dafür sind fehlende Komponenten, verursacht durch die Verschiebung von Transportrouten. An der Börse wird befürchtet, dass die Lieferkettenproblematik auch weitere Unternehmen betrifft.