Der Börsen-TagDAX-Langeweile? Nicht in dieser Woche
Zahlreiche Firmenbilanzen, ein prall gefüllter Datenkalender und dazu noch der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed - in der neuen Woche dürfte am Aktienmarkt keine Langeweile aufkommen. Sollte der DAX seinen jüngsten Aufwärtstrend fortsetzen, ist laut Experten ein Sprung über die 17.000-Punkte-Marke nicht auszuschließen. Zuletzt hatte er im Dezember mit 17.003,28 Zählern ein Rekordhoch markiert. Auf Wochensicht verbuchte der Leitindex einen Zuwachs von mehr als zwei Prozent. Am Freitag schloss der DAX mit einem Stand von 16.961 Zählern.
Allzu große Kurssprünge traut Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel, den Aktienmärkten aber nicht zu. Margen und Gewinnperspektiven vieler Unternehmen dürften vor dem Hintergrund der mauen konjunkturellen Entwicklung in den kommenden Quartalen etwas schwächer ausfallen und damit das Aufwärtspotenzial begrenzen, meint der Experte. Auch Jürgen Molnar von RoboMarkets konstatiert: "Es bleibt dabei, das erste Halbjahr dürfte kein einfaches für den DAX werden."
Zum Gesprächsthema Nummer eins sollte in dieser Woche die Zinssitzung der US-Notenbank Fed avancieren. Experten erwarten, dass nach der Europäischen Zentralbank (EZB) auch die US-Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch die Füße stillhalten werden. Die Notenbank tastete die Leitzinsen zuletzt auf drei Sitzungen in Serie nicht an, nachdem sie diese zuvor in teils aggressiven Schritten nach oben getrieben hatte. Da angesichts der anhaltend soliden US-Konjunkturdaten eine Rezession immer unwahrscheinlicher werde, habe die Fed mehr Zeit, den weiteren Inflationstrend abzuwarten, meint Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. "Daher halten wir die vom Markt bereits für Frühjahr gepreiste erste Leitzinssenkung für unwahrscheinlich – wir rechnen damit weiter erst zur Jahresmitte." Seiner Einschätzung nach dürften die Fed wie die EZB dieses Jahr ihre Leitzinsen um insgesamt einen Prozentpunkt senken.
Bei den Konjunkturdaten rückt am Dienstag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Deutschland und die Euro-Zone ins Rampenlicht. Aus den USA stehen in der neuen Woche unter anderem das Verbrauchervertrauen für Januar, der Arbeitsmarktbericht und die Auftragseingänge der US-Industrie auf der Agenda.
Auch das Bilanzkarussell dreht sich fröhlich weiter. Im Fokus steht erneut der Tech-Sektor mit Zahlen der Google-Mutter Alphabet, des Software-Riesen Microsoft und des Chipkonzerns AMD am Dienstag. Am Donnerstag gewähren der iPhone-Anbieter Apple, der Online-Händler Amazon und die Facebook-Mutter Meta Einblick in ihre Bücher. Auf der deutschen Seite präsentieren unter anderem die Deutsche Bank und Siemens Healthineers ihr Zahlenwerk.