Der Börsen-TagDAX bleibt dynamisch und hat die 13.000 im Blick
Nach einem starken Wochenstart hat sich der deutsche Aktienmarkt weiter auf Erholungskurs befunden. Frankfurter Börsianer verwiesen auf eine feste Eröffnung der Wall Street nach überwiegend starken Quartalszahlen von US-Unternehmen. Unterstützung kam zudem von der Bank of England, die Berichten zufolge den Verkauf von Staatsanleihen verschieben will, um den Markt zu beruhigen. Deutsche Konjunkturdaten hatten nur kurzzeitig einen negativen Einfluss.
Auch der anstehende Optionsverfall an den Terminbörsen trug laut Marktteilnehmern zum dynamischen Anstieg der Kurse bei. Eine besonders große Put-Position im DAX liegt auf der 12.500er-Basis. Die nächsten größeren Positionen liegen erst bei der 13.300-Punkte-Marke. Auch in den USA habe es zuletzt häufig erhöhte Put-Call-Ratios gegeben, so ein Händler. Diese gibt das Verhältnis von gehandelten Verkaufsoptionen zu Kaufoptionen an.
Der DAX ging 0,9 Prozent fester mit 12.766 Punkten aus den Handel, damit gab er kurz vor Ertönen der Schlussglocke noch einen Teil seines Gewinns ab. Mit einem Tageshoch von 12.932 Zählern stand der Leitindex nur noch unweit der 13.000er-Marke. Der EUROSTOXX50 notierte ebenfalls 0,9 Prozent höher bei 3472 Stellen.
In Frankfurt sprach man von einem doppelten Hebel: Zum einen lasse der starke Gaspreisrückgang auf eine nachlassende Inflation hoffen. Zum anderen habe Pfeiffer Vacuum gezeigt, dass auch bei zyklische Unternehmen positives Überraschungspotenzial bei der Entwicklung im dritten Quartal bestehe. Pfeiffer selbst lagen mit Plus 10,2 Prozent an der Spitze im SDAX.
Zu den größten Gewinnern sind mit dem Tarifabschluss in der Branche aber ausgewählte deutsche Chemie-Aktien geworden. BASF stiegen um 1,9 Prozent, Covestro um 2,2 Prozent und Sartorius um drei Prozent. In der zweiten Reihe zogen K+S um vier Prozent an. Größte DAX-Gewinner waren Heidelbergcement, die sich nun Heidelberg Materials nennen, mit einem Plus von 3,8 Prozent.