Der Börsen-TagDAX erlebt irren Handelstag - Am Ende steht ein dickes Plus
Wie sagt man so schön? Für den deutschen Aktienmarkt war es heute ein Ritt über den Bodensee. Der DAX rauschte nach den US-Verbraucherpreisen am Nachmittag regelrecht runter und kam bei genau 12.000 Punkten zum Stehen. Danach kämpfte sich der Leitindex wieder in den positiven Bereich, weil auch die US-Indizes wieder zurückkamen.
Die US-Inflation ist im September mit 8,2 Prozent höher als erwartet ausgefallen. Auch die vielbeachtete Kernrate (ohne Energie und Lebensmittel) lag mit einem Plus von 6,6 Prozent zum Vorjahr über der Prognose einer Zunahme um 6,5 Prozent. Damit dürfte die US-Notenbank eine weitere Zinserhöhung um erneut 75 Basispunkte in Angriff nehmen.
Der DAX ging am Ende 1,5 Prozent fester mit 12.356 Punkten aus dem Handel, das Tageshoch lag bei 12.379 Zählern. Der EUROSTOXX50 notierte ein Prozent höher bei 3367 Stellen.
Auf dem Frankfurter Börsenparkett standen die Zahlen von Südzucker im Mittelpunkt. Ein überraschend deutlicher Gewinnsprung sowie ein angehobener Umsatzausblick überzeugte die Anleger allerdings nur kurz: Nach einem freundlichen Auftakt drehten die Aktien ins Minus und verloren zuletzt 2,7 Prozent auf 12,30 Euro.
Aktien aus dem Chipsektor standen nach negativen Branchennachrichten lange Zeit stark unter Druck, befreiten sich von diesem zum Handelsende hin: So gewannen im DAX Infineon 2,9 Prozent. Aixtron verteuerten sich im TECDAX nach zunächst herben Verlusten um 3,3 Prozent. Der US-Branchenausrüster Applied Materials kürzte seinen Ausblick auf das Schlussquartal wegen zuletzt erlassener Beschränkungen der USA für die Geschäftsbeziehungen mit China.
Im Fokus stehen erneut die Fluggesellschaften. Nach Quantas und Delta lieferte auch IAG starke Zahlen. Die Fluglinien scheinen sich aus dem wirtschaftlichen Tief der Reisebeschränkungen zu verabschieden. Im Nebenwerteindex MDAX legten Lufthansa um satte 4,7 Prozent zu.