Der Börsen-TagDAX hat nach dickem Plus nun die 13.000 im Blick
Für den deutschen Aktienmarkt war es der zweite Tag hintereinander mit Gewinnen. Hatte der DAX am Dienstag noch die 12.000er Marke im Blick, erschien nun die Zahl 13.000 am Horizont. "Der Markt sieht die Notenbanken zunehmend entspannter", sagt ein Börsianer in Frankfurt. Nach dem kräftigen Rückgang der Öl- und anderer Rohstoffpreise könnten die Zentralbanken die Inflation zähmen, ohne dass sie die Weltwirtschaft in eine tiefere Rezession stürzten, ergänzt er. Hinzu komme, dass die USA über den festen Dollar Preisstabilität importierten. Die Eurozone würde dagegen über die schwache Währung Wachstum generieren.
Als grundsätzlich positiv wurde der Rücktritt des britischen Premierministers Boris Johnson als Chef der Konservativen Partei gewertet. Zwar erhöhe der Rücktritt kurzfristig die Unsicherheit, mit etwas Abstand dürften aber sowohl die Wirtschaft als auch die Märkte profitieren, hieß es bei Berenbank. So sollte sich der Konflikt mit der EU entschärfen, was sich positiv auf das Investitionsverhalten auswirken dürfte.
Der DAX gewann heute satte zwei Prozent auf 12.843 Punkte, sein Tageshoch lag bei 12.868 Stellen. Der EUROSTOXX50 notierte ebenfalls zwei Prozent höher bei 3490 Zählern.
In den Blick gerät nun langsam aber sicher die Berichtssaison, in der Samsung ein starkes Debüt gegeben hat. Das stützte die Stimmung für Halbleiter-Aktien und auch für Technologiewerte insgesamt. So gewannen Aixtron 5,8 Prozent, für Infineon ging es trotz einer Kurszielsenkung durch Jefferies um 3,4 Prozent nach oben.
Lufthansa stiegen trotz Streichungen beim Flugangebot um 4,6 Prozent. Der Unternehmer Klaus-Michael Kühne hat seinen Anteil beim MDAX-Konzern aufgestockt auf 15,01 von 10,01 Prozent. Er steigt damit zum größten Einzelaktionär vor dem Bund auf, der über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds noch 14,09 Prozent hält.
Nordex verteuerten sich um 10,5 Prozent. Der Windanlagenbauer profitierte von der guten Auftragslage. Wie das Unternehmen mitteilte, lag der Auftragseingang im zweiten Quartal bei rund 1,836 Gigawatt nach 1,534 Gigawatt im gleichen Vorjahreszeitraum. Damit steht wohl einer Rückkehr in TECDAX und SDAX nicht mehr viel im Weg.