Der Börsen-TagDAX jagt die 17.000
Die Jagd nach neuen Rekorden dürfte dem DAX in den kommenden Handelstagen wieder Schwung verleihen. Getragen von der Hoffnung auf eine rasche Einigung im US-Schuldenstreit nahm der deutsche Leitindex nach zähen Wochen sein bisheriges Allzeithoch von 16.290,19 Punkten ins Visier und schraubte es bis auf 16.331,90 Zähler nach oben. Das war das Tageshoch zum Wochenschluss. Ins Wochenende ging es dann mit 16.275 Punkten 0,7 Prozent fester. Stelle sich der Ausbruch nach oben nicht als Eintagsfliege heraus, dürften neue Höchststände die Folge sein, prognostiziert Christian Henke vom Broker IG. "Das nächste Etappenziel wäre dann die nächste runde Zahl bei 17.000 Zählern."
Die Anleger schauten mittlerweile wieder optimistischer nach vorne, sagt Frank Sohlleder, Marktanalyst für das Handelshaus ActivTrades. "Die Unternehmen verdienen letztendlich kräftig, auch während oder gerade wegen der Inflation, was die Quartalsberichte eindrucksvoll belegen." Die Nachfrage bleibe ungebremst hoch. Rund die Hälfte der im Index STOXX 600 vertretenen Unternehmen haben ihre Bilanzen für das erste Quartal präsentiert und rund zwei Drittel haben dabei die Erwartungen übertreffen können. "So lange die Konsumenten noch den ein oder anderen Euro auf der hohen Kante haben, dürfte das Nachfragesignal auch nicht erlöschen", sagt Sohlleder.
Sollte das Damoklesschwert Schuldenstreit aus den USA bald endgültig vom Tisch sein, sehen Strategen weiteren Rückenwind für die Aktienmärkte. Die verhärteten Fronten zwischen Republikanern und Demokraten hatten die Nervosität an den Börsen wochenlang geschürt. Finanzministerin Janet Yellen hatte vor einem weltweiten Finanzbeben gewarnt, sollte es zu einem Zahlungsausfall der USA kommen.
Neben den Quartalszahlen des Lufthansa-Rivalen Ryanair schauen Anleger vor allem auf die Ergebnisse der Frühsommerumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Mehr als 21.000 Unternehmen aus allen Regionen und Branchen wurden dafür befragt. Erwartet werden neue Prognosen zum Wachstum, zur Inflation, zum Handel und Export.