Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDAX unentschieden - VW und Porsche Holding an Jahrestiefs

29.10.2024, 18:01 Uhr

Am deutschen Aktienmarkt hat sich über den Tagesverlauf hinweg keine einheitliche Tendenz durchgesetzt. Der DAX bröckelte bei sehr dünnen Umsätzen um 0,3 Prozent ab auf 19.478 Punkte. Der Index hat laut Marktteilnehmern offensichtlich Respekt vor dem Allzeithoch, das er vor knapp zwei Wochen bei 19.675 Punkten aufgestellt hatte: "Vor der Wahl in den USA ist ein nachhaltiges Überwinden unwahrscheinlich", so ein Händler. Daneben bremste die strukturelle Schwäche zyklischer Werte aus der Autobranche und dem Chemiesektor.

Der DAX liegt nach wie vor nur knapp unter Allzeithoch, gestützt auch von weiter steigenden Kursen des Index-Schwergewichts SAP. Währenddessen wurden VW und Porsche Holding nur noch knapp über den Jahrestiefstständen gehandelt. Die Umstrukturierung bei VW werde teuer, und die hohen Dividenden dürften kräftig zusammengestrichen werden, sagte ein Händler: "Und nach der Umstrukturierung bleibt immer noch das Problem mit den Modellen", ergänzte er. VW fielen um 3,2 Prozent auf 88,92 Euro, Porsche Holding um 3,2 Prozent auf 38,44 Euro.

Adidas zogen dagegen nach ihren endgültigen Zahlen um 3,8 Prozent an. Positiv werteten die RBC-Analysten den Gewinn, der die Markterwartung dank niedriger Finanzierungskosten und leicht höherer Finanzerträge deutlich übertroffen habe. Und für 2025 sehe das Auftragsbuch "stark aus, mindestens für das erste Quartal, aber auch in das zweite Quartal", so der Konzern. Zudem hat Adidas das mittelfristige Margenziel von 10 Prozent für 2026 bekräftigt.

In den kommenden Tagen tobt die Berichtssaison, am Freitag steht der US-Arbeitsmarktbericht für den Oktober auf der Agenda, kommende Woche die US-Wahl, wie auch die Zinsentscheidung der US-Notenbank. Angesichts dessen war es erstaunlich, dass mit Blick auf das Nachrichtenrisiko Anleger ihr Geld an den Aktienmarkt brachten. Die Nachrichtenlage aus dem Automobilsektor war zudem alles andere als rosig.

Gewinner des Tages ist das Gold, das sowohl in Dollar als auch in Euro gerechnet neue Allzeithochs markiert. "Einige Länder, die in der Vergangenheit Gold und Dollar als sicheren Hafen verstanden haben, stocken ihre Goldbestände auf, weil sie im Falle von Spannungen oder Konflikten mit den USA ihre Dollarbestände in Gefahr sehen", sagt Benjamin Louvet, Head of Commodities bei Ofi Invest Asset Management. Im Handel wird aber auch darauf verwiesen, dass Russland und einige andere Autokratien bereits von den internationalen Zahlungssystemen abgeschnitten sind. "Ihnen bleibt kaum etwas anderes übrig, als ihren Handel zumindest teilweise in Gold abzuwickeln", sagt ein Händler.

Das war der Börsen-Tag am Dienstag. Wir verabschieden uns an dieser Stelle und wünschen allen einen angenehmen Abend. Die Kolleginnen und Kollegen von der Spät- und Nachtschicht halten Sie weiter auf dem Laufenden. Schauen Sie also gerne immer wieder bei ntv.de vorbei.

Quelle: ntv.de