Der Börsen-TagDIHK fordert Neuausrichtung der Handelspolitik
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hofft nach der Europawahl im Juni auf eine stärker auf Unternehmen ausgerichtete Politik der EU. Es brauche eine Neuausrichtung der Handelspolitik, mit offenen Märkten und mehr Handelsabkommen, sagt DIHK-Präsident Peter Adrian. Handlungsbedarf gebe es bei der Digitalisierung des Handels, beim Zoll und der Unterstützung kleiner und mittelständischer Betriebe. Neue Handelsabkommen, etwa mit Indien oder Indonesien, seien wichtig, um Investitionen im Ausland und Lieferketten abzusichern. "2021 waren erst 44 Prozent des EU-Außenhandels durch Handelsabkommen abgedeckt, der Großteil basiert einzig auf den Regeln der Welthandelsorganisation WTO", so Adrian.
Das DIHK-Präsidium hat einen Forderungskatalog zur EU-Handelspolitik diese Woche im Bundestag vorgestellt. Die Handelspolitik müsse ehrgeiziger werden, um deutsche Unternehmen im Ausland zu unterstützen. Geopolitische und technologische Veränderungen, Nachhaltigkeitsanforderungen, Energiekrisen, zunehmender Protektionismus und die Erosion internationaler Regelwerke hätten die weltweite Arbeitsteilung deutlich verändert. Die EU müsse Abschottung entgegentreten. Jeder vierte Arbeitsplatz hänge am Außenhandel, in der Industrie sogar jeder zweite Job.