Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDas sagen Ökonomen zur höchsten US-Inflation seit Ende 1981

12.04.2022, 14:59 Uhr
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(Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv)

Die Inflation in den USA ist weiter auf dem Vormarsch und hat im März den höchsten Stand seit Ende 1981 erreicht. Waren und Dienstleistungen kosteten im Schnitt 8,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Ökonomen äußerten sich dazu:

Bastian Hepperle, Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank: "Das ist erneut ein außerordentlich hoher Inflationsanstieg und der Gipfel ist wohl noch nicht erreicht. US-Verbraucher müssen für nahezu alles immer tiefer in die Taschen greifen, da bleibt für besondere Ausgabenwünsche wenig übrig. Oberste Priorität für die US-Notenbank ist die Inflationsbekämpfung. Sie wird die Leitzinsen deshalb kräftig straffen. Damit nehmen jedoch auch die Abwärtsrisiken für die Konjunktur zu. Für die Fed wird das ein Drahtseilakt."

Thomas Gitzel, VP Bank: "Jetzt wird also auch die Acht-Prozent-Marke geknackt. Doch dies ist nur ein Teil der schlechten Nachricht. Beunruhigend ist darüber hinaus, dass der Preisauftrieb an Breite gewinnt. Auch ohne die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise liegt die Teuerungsrate mittlerweile bei 6,6 Prozent. Das ist zwar etwas weniger als erwartet worden war, aber die Rate liegt dennoch über dem Vormonatswert. Die gestiegenen Energiekosten fressen sich nun in das breite Preisgefüge hinein. Gleichzeitig legen in den USA auch die durchschnittlichen Stundenlöhne mit zuletzt 5,6 Prozent zu. Es ist also nicht die Frage, ob es zu Zweitrundeneffekten kommt, sondern wie hoch sie in weiterer Zukunft noch ausfallen werden."

Quelle: ntv.de