Der Börsen-TagDas sind die Top-Verdiener im DAX
Die Top-Manager der 40 Firmen im deutschen Leitindex DAX haben die sprudelnden Unternehmensgewinne im vergangenen Jahr in der Brieftasche gespürt. Die Vorstandsgehälter seien 2021 gegenüber dem Corona-Jahr 2020 im Schnitt um 24 Prozent auf 3,92 Millionen Euro gestiegen, ermittelte die Aktionärsvereinigung DSW zusammen mit dem Lehrstuhl für Controlling der Technischen Universität München. Das sei das 53-fache des durchschnittlichen Gehalts der Mitarbeiter, sagte Lehrstuhlinhaber Gunther Friedl. Die Vorstandschefs bekamen im Schnitt knapp 6,1 Millionen Euro. Die operativen Gewinne der 40 Börsen-Schwergewichte seien 2021 gleichzeitig auf 169,9 (2020: 76,5) Milliarden Euro explodiert,
Die Vorstandsvergütungen, die sich zumeist an den Gewinnen und Aktienkursen orientieren, seien zum ersten Mal nach drei Jahren wieder gestiegen. Angesichts des Ukraine-Kriegs und seiner Folgen müssten die Vorstände in diesem Jahr allerdings wieder mit Einbußen rechnen, sagte Friedl.
Top-Verdiener im Dax war auch im letzten vollen Jahr seiner Amtszeit Linde-Chef Steve Angel. Die Vergütungsexperten errechneten für den langjährigen Chef des deutsch-amerikanischen Gasekonzerns eine Gesamtvergütung von 19,4 Millionen Euro. Pensionszusagen kommen zu den Beträgen noch hinzu. Angel ist im Frühjahr in den Aufsichtsrat gewechselt. Auch die Nummer zwei in der Gehaltsrangliste ist nicht mehr im Amt: VW-Chef Herbert Diess, der mit 11,5 Millionen Euro ebenfalls auf einen zweistelligen Millionenbetrag kam, musste im August gehen. SAP-Chef Christian Klein folgt mit knapp 9,2 Millionen Euro auf Platz drei vor Adidas-Chef Kasper Rorsted (knapp 9,0 Millionen), der unter dem Eindruck eines kriselnden China-Geschäfts seinen Rückzug für das kommende Jahr angekündigt hat. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing (8,8 Millionen) ist Fünfter.