Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDas wird für den DAX heute wichtig

27.07.2023, 06:30 Uhr

Nach einem Dämpfer hat sich der DAX am Vortag mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 16.131 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Für die weitere Richtung dürften nun die Notenbanken die Impulse setzen, die Fed hat am Vorabend ihre Entscheidung verkündet, die EZB wird es heute Mittag tun. Am Freitag beendet die Bank of Japan den Reigen.

Volkswirte gehen davon aus, dass die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde die Zinsen das neunte Mal in Folge anheben werden. Erwartet wird eine Erhöhung des Einlagensatzes, den Banken für das Parken überschüssiger Gelder von der Notenbank erhalten, um einen viertel Prozentpunkt auf dann 3,75 Prozent. Mit Spannung warten Beobachter darauf, ob Lagarde sich nach dem Zinsbeschluss auf der Pressekonferenz zum weiteren Vorgehen äußert. Unter den Euro-Wächtern gab es zuletzt Stimmen, die mit Blick auf den jüngsten Rückgang der Inflation und die Rezessionssorgen für eine Zinspause bereits bei der September-Sitzung plädierten.

Bei den Einzeltiteln stehen derweil die Autobauer weiter im Fokus: Europas größtem Autobauer Volkswagen macht die schwache Nachfrage nach seinen Elektroautos in China zu schaffen, der Konzern fährt der Konkurrenz hinterher. Mit Spannung erwarten Experten daher die Quartalsbilanz und Informationen darüber, wie sich die Wolfsburger andernorts geschlagen haben. Interessant aus Investorensicht ist auch, wie sich der Konzern auf die kommenden Monate vorbereitet, wenn die Konjunktur unsicher bleibt und die Werke schwach ausgelastet sind. Im zweiten Quartal sah das Geschäft noch rosig aus, weil Volkswagen von den vollen Auftragsbüchern aus dem Vorjahr profitierte. Von Refinitiv befragte Analysten rechnen im Schnitt für die Zeit von April bis Juni mit einem Betriebsgewinn (EBIT) von sechs Milliarden Euro, ein Drittel mehr als vor Jahresfrist. Der Konzernumsatz dürfte um 14 Prozent auf 79,5 Milliarden Euro gestiegen sein.

Zahlen gibt es auch von Mercedes-Benz. Hier lautet die Frage: Kann die Marke mit dem Stern ihre Devise "Klasse statt Masse" auch bei einem trüberen Marktumfeld durchhalten? Der Stuttgarter Autobauer konzentriert sich auf hochpreisige Ober- und Luxusklassemodelle statt den Absatz mit günstigeren Kompaktmodellen anzukurbeln. Die Hauptsparte Cars soll mit dieser Strategie die Umsatzrendite auf vergleichsweise hohem Niveau von zwölf bis 14 Prozent halten. In dieser Woche räumte Konzernchef Ola Källenius gegenüber dem "Handelsblatt" ein, das Umfeld werde mit höheren Zinsen und sich abkühlender Weltwirtschaft auch für den DAX-Konzern härter. Mercedes werde aber nicht beim ersten Gegenwind umfallen und die Preise senken, um mehr Autos zu verkaufen. Für das zweite Quartal erwarten Analysten nach Daten von Refinitiv mit 4,85 Milliarden Euro fünf Prozent mehr Betriebsgewinn als im Vorjahreszeitraum.

Und, hier noch einmal für alle, die es verpasst haben: So lief es gestern an der Wall Street:

Quelle: ntv.de