Der Börsen-TagDas wird für den DAX heute wichtig
Auch in der neuen Börsenwoche richten die Anleger ihren Blick auf neue Konjunkturdaten. Von ihnen erhoffen sie sich Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB). In der alten Woche sorgten Kursgewinne vor und kurz nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen der US-Chipfirma Nvidia für einen leichten Anstieg der wichtigsten Börsenindizes. Allerdings ging der DAX aus dem Freitagsgeschäft mit 15.631 Punkten kaum verändert hervor und ins Wochenende.
In der neuen Woche stehen vor allem die vorläufigen Verbraucherpreisdaten für Deutschland und die Eurozone im Rampenlicht. Daraus erhoffen sich die Investoren Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der EZB. Die Notenbanker haben offengelassen, ob sie nach einer Zinserhöhungsserie im September nachlegen. Die neuen Inflationsdaten gelten als eine der wichtigsten Orientierungsmarken für die Entscheidungsfindung der Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde.
Analysten zeigten sich vorsichtig. "Auch wenn die Stimmung der EZB-Politiker zunehmend für eine Zinspause spricht, könnte diese feine Balance immer noch in Richtung einer Zinserhöhung kippen, wenn die Inflation weiterhin stark und anhaltend ist", sagte Tomasz Wieladek, Chefvolkswirt beim Finanzdienstleister T. Rowe Price. Dabei könnten vor allem weiterhin hohe Inflationszahlen im Dienstleistungssektor die Notenbanker unter Druck setzen.
Die Teuerungsrate für Deutschland im August wird zur Wochenmitte veröffentlicht. Im Juli hatte sie sich abgeschwächt. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 6,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Analysten rechnen mehrheitlich mit einem weiteren Rückgang auf 6,0 Prozent. Am Tag darauf folgen die Daten für den gesamten Euroraum. In der Eurozone war die Inflation zuletzt auf dem Rückmarsch. Mit einer Teuerungsrate von 5,3 Prozent lag sie jedoch noch deutlich über der von der Europäischen Zentralbank angepeilten Marke von 2,0 Prozent.
Der Wochenauftakt gestaltet sich aber noch vergleichsweise ruhig: Es gibt Handelsgespräche zwischen den USA und China. Aus der EU kommen Daten zum Handel mit Russland. Und von Unternehmensseite präsentiert Thyssenkrupp Nucera die Quartalsergebnisse.