Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDas wird heute für den Dax wichtig

24.04.2025, 06:30 Uhr

Hoffnungen auf eine Deeskalation im US-Zollkonflikt und der Kurssprung der SAP-Aktie haben den Dax gestern zeitweise über 22.000 Punkte getrieben. Allerdings konnte sich der Leitindex über dieser psychologisch wichtigen Marke nicht halten. Der Handel sei nach wie vor nervös und schwankungsreich, warnte Chef-Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Mit einem Aufschlag von 3,14 Prozent auf 21.961,97 Punkte beendete der Dax den Tag.

In Washington wird es heute bei der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds vor allem um den Handelskrieg und den Zustand der Weltwirtschaft gehen. IWF-Chefin Kristalina Georgiewa will sich dazu vor der Presse äußern, ebenso Bundesfinanzminister Jörg Kukies und Bundesbank-Präsident Joachim Nagel. Der IWF rechnet wegen der jüngsten Spirale aus Zöllen und Gegenzöllen mit deutlichen Bremsspuren beim Wirtschaftswachstum - vor allem in den USA, China, Mexiko und Deutschland.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im April voraussichtlich eingetrübt. Das Barometer für das Ifo-Geschäftsklima dürfte heute um 1,5 Punkte auf 85,2 Zähler fallen, sagen befragte Ökonomen voraus. Zuvor war der wichtigste deutsche Frühindikator drei Monate in Folge gestiegen - zuletzt wegen der Hoffnung auf eine stabile Regierung und mehr Investitionen durch das große Fiskalpaket von Union und SPD. Der von US-Präsident Donald Trump ausgelöste Handelskonflikt dürfte die Stimmung nun wieder trüben.

Wirtschaftsminister Robert Habeck stellt in Berlin die Frühjahrsprojektion vor. Für das laufende Jahr geht die Bundesregierung darin nur noch von einer Stagnation aus - nach zuvor zwei Jahren Rezession. Im Jahreswirtschaftsbericht Anfang des Jahres war noch ein Miniwachstum von 0,3 Prozent angenommen worden. Für 2026 erwartet die Regierung einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,0 Prozent. Für Habeck ist es der letzte Konjunkturausblick seiner Amtszeit.

Bei der Veröffentlichung von Umsatzzahlen des Nahrungsmittelriesen Nestle richten die Anleger ihr Augenmerk vor allem auf das US-Geschäft. In dem Schlüsselmarkt schwächte sich das Verbrauchervertrauen seit Jahresbeginn deutlich ab. Obwohl der direkte Einfluss der US-Zölle angesichts der lokalen Produktion wohl überschaubar ist, dürften sich die höheren Kosten für importierte Rohmaterialien bemerkbar machen.

Bei den Geschäftszahlen des kriselnden Chip-Herstellers Intel stehen weitere Details zum Sanierungskurs des neuen Chefs Lip-Bu Tan im Mittelpunkt. Er hat bereits Führungsebenen gestrichen und Entlassungen signalisiert. Analysten erwarten für das erste Quartal einen Rückgang des Umsatzes um 3,4 Prozent und eine Verdreifachung des Verlustes auf 945 Millionen Dollar.

Mitten im Prozess um eine mögliche Zerschlagung legt die Google-Mutter Alphabet Quartalszahlen vor. Analysten rechnen mit Einnahmen aus Online-Anzeigen von 66,52 Milliarden Dollar. Sie machen den Löwenanteil des erwarteten Konzernumsatzes von 89,17 Milliarden Dollar aus. Sollte Alphabet den Kartellprozess verlieren, könnte ein Großteil der Werbeerlöse wegbrechen.

Quelle: ntv.de