Der Börsen-Tag Das wird heute wichtig für den DAX
Weiterhin sorgen zwei Themen an den Märkten für jede Menge Gesprächsstoff: Die hohe Inflation und die Möglichkeit, dass der Kreml nach den Wartungsarbeiten an der Nord-Stream-Pipeline den Gashahn nicht wieder aufdreht.
Am Vormittag veröffentlicht die europäische Statistikbehörde Eurostat Kennzahlen zur Inflation in der Eurozone. Einer Vorabschätzung zufolge ist das allgemeine Preisniveau im Juni um 8,6 Prozent gestiegen. Teure Energie und höhere Nahrungsmittelpreise im Zuge des Ukraine-Krieges treiben die Inflation, die die Europäische Zentralbank mit ihrer geplanten Zinswende verstärkt bekämpfen will.
Für den staatlichen russischen Gaskonzern Gazprom läuft die Nachfrist für die Bedienung zweier Fremdwährungsanleihen aus. Falls das Geld von Gazprom die Gläubiger nicht rechtzeitig erreicht, wird dies formell als Zahlungsausfall gewertet. Ähnlich wie bei russischen Staatsanleihen, die wegen der Sanktionen des Westens nicht bedient werden konnten, hat die Feststellung eines Zahlungsausfalls derzeit eher symbolischen Charakter, da Gazprom weitgehend von ausländischen Finanzquellen abgeschnitten ist.
Auf Interesse dürfte auch die chinesische Handelsbilanz für Juni stoßen. In den USA werden die monatlichen Baubeginne und die -genehmigungen veröffentlicht.
Heute könnten zudem Quartalszahlen für Impulse sorgen - beispielsweise vom US-Pharma- und Konsumgüterriesen Johnson & Johnson, der am Nachmittag die Zahlen für das 2. Quartal vorlegt.
Nach Börsenschluss in New York berichtet Netflix über das vergangene Quartal. Die Erfolgsgeschichte des Streaming-Dienstes scheint nicht nur beim Aktienkurs ihr vorläufiges Ende gefunden zu haben. Auch die Gewinne gingen zuletzt zurück. Netflix drückt deshalb auf die Kostenbremse und will über Werbung sowie einer Partnerschaft mit Microsoft weitere Erlösquellen erschließen. Doch die wichtigste Frage ist, wie sich die Nutzerzahlen entwickeln, nachdem diese im ersten Quartal erstmals seit zehn Jahren gefallen sind. Kann sich Netflix im immer stärker umkämpften Markt der Streaming-Angebote behaupten?