Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Das wird heute wichtig für den Dax

01.06.2021, 05:43 Uhr
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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Bundesagentur für Arbeit legt heute ihre Statistik zur Arbeitslosigkeit in Deutschland für den Monat Mai vor. Allgemein wird damit gerechnet, dass sich die bereits im April beobachtete leichte Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt fortgesetzt haben könnte - nicht zuletzt auch wegen erster Lockerungsschritte nach einem monatelangen Corona-Lockdown. Im April waren 2,77 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos gemeldet, 56.000 weniger als im März.

Sorgenkinder der Nürnberger Arbeitsverwaltung bleiben die Themen Langzeitarbeitslosigkeit und Ausbildung. Deutlich mehr als eine Million Menschen in Deutschland sind seit einem Jahr oder länger ohne Job. Die in den vergangenen Jahren erreichten Verbesserungen waren durch die Corona-Krise komplett aufgefressen worden.

Auf dem Ausbildungsmarkt besteht die Sorge, dass Lehrherren und Schulabgänger nicht in ausreichender Zahl zueinander finden - Ausbildungsplätze wären zahlenmäßig ausreichend vorhanden.

Nach mehr als einem Jahr coronabedingten Stillstands wird der Flug- und Passagierbetrieb am Terminal 2 des Frankfurter Flughafens wieder aufgenommen.

Nach dem weltweiten Einbruch des Luftverkehrs im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie waren Flüge seit dem vergangenen Frühjahr nur noch von Terminal 1 des größten deutschen Verkehrsflughafens gestartet beziehungsweise dort gelandet. Nun kehren 48 Airlines wieder in ihr Stamm-Terminal zurück. Auch die beide Terminals verbindende Bahn Sky-Line ist von heute an wieder in Betrieb. Auch die Landebahn Nordwest, die monatelang als Parkfläche für Flugzeuge genutzt worden war, wird wieder in Betrieb genommen.

Außerdem berät im Licht der positiven Konjunkturentwicklung in wichtigen Wirtschaftsregionen die Öl-Allianz Opec+ über ihre Förderstrategie. Analysten gehen davon aus, dass die von Saudi-Arabien und Russland angeführte Gruppe an ihrem Plan festhält, die Ölhähne bis Ende Juli weiter aufzudrehen, um die steigende Nachfrage zu bedienen.

Die rund zwei dutzend Ölminister werden sich in ihrer Onlinesitzung auch mit möglichem zusätzlichen Erdöl aus dem Iran auseinandersetzen müssen. Es könnte auf den Markt strömen, falls sich Washington und Teheran in den kommenden Wochen darauf einigen, US-Sanktionen aufzuheben und das iranische Atomprogramm wieder zurückzufahren.

Der Opec+ kommt dabei zugute, dass westliche Ölkonzerne derzeit von Anlegern unter Druck gesetzt werden, um auf nachhaltigere Energieformen zu setzen. Dadurch bleibe mehr Spielraum für die Ölallianz, argumentierten Analysten der Commerzbank. Opec+ hatte sich voriges Jahr Förderkürzungen auferlegt, um fallenden Ölpreise im Zuge der Corona-Krise abzufangen.

Der frühere australische Finanzminister Mathias Cormann wird heute in Paris das Amt des Generalsekretärs der Industriestaatenorganisation OECD übernehmen. Der aus dem deutschsprachigen Osten Belgiens stammende Cormann folgt bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) dem Mexikaner Angel Gurría nach, der seit 2006 an der Spitze steht.

Die OECD ist eine wichtige internationale Denkfabrik, ihr zweitägiger Ministerrat wird heute enden. Die Organisation mit 38 Mitgliedstaaten spielt bei den Verhandlungen über eine globale Steuerreform mit Mindestsätzen für große Konzerne eine Schlüsselrolle.

Cormann war Mitte der 1990er-Jahre nach Australien ausgewandert. Von 2013 bis 2020 war der gebürtige Eupener Finanzminister Australiens für die liberal-konservative Liberal Party - und damit länger in diesem Amt als alle seine Vorgänger. Aktivisten hatten dem 50-Jährigen während seiner OECD-Kandidatur wegen der australischen Klimapolitik kritisiert. Er ist der erste Mann aus dem asiatisch-pazifischen Raum an der Spitze der Pariser Organisation.

Quelle: ntv.de