Der Börsen-TagDax-Wochenminus wächst und wächst
Dem 400-Punkte-Minus vom Wochenstart hatte der Dax im gestrigen Geschäft nur anfangs etwas entgegenzusetzen. Am Ende stand erneut ein Abschlag. Diesmal büßte der deutsche Börsenleitindex 1,3 Prozent oder rund 290 Punkte auf 22.329 Zähler ein. Dem Dax gelang es nicht, sich von dem Kursrutsch an der Wall Street vom Montag abzukoppeln. Der Dow hatte da fast 900 Punkte eingebüßt, die Nasdaq etwa 4 Prozent. Auslöser waren Aussagen von US-Präsident Donald Trump gewesen, der eine Rezession der US-Wirtschaft nicht ausschließen wollte.
Der Blick der Anleger richtet sich heute zunächst auf die Geschäftsberichte mehrerer Dax-Werte: So legt Rheinmetall seine Bilanz vor und wird dabei erneut Rekordzahlen präsentieren. Das Rüstungsgeschäft hält Rheinmetall auf rasantem Wachstumskurs, erstmals in der Unternehmensgeschichte wollte der Konzern 2024 die Marke von zehn Milliarden Euro Umsatz knacken. Rheinmetall peilt längst weitere Großprojekte an, mit Leonardo wollen die Rheinländer in Italien Panzer bauen. Auch in den USA schielen sie auf entsprechende Projekte – Konzernchef Armin Papperger wird Auskunft geben, wie es darum unter der Regierung von US-Präsident Donald Trump bestellt ist. Und darüber, wie Rheinmetall für die neuen Milliarden der Bundeswehr gerüstet ist.
Und Porsche? Gewinneinbruch, Stellenabbau und Vorstandswechsel - der erfolgsverwöhnte Sportwagenbauer ist im vergangenen Jahr in die Krise gerutscht. Das Betriebsergebnis sank fast um ein Viertel auf 5,29 Milliarden Euro, wie der VW-Konzern bereits bekannt gab, die Umsatzrendite lag mit 14,5 Prozent unter der üblichen Zielmarke der VW-Tochter von 15 Prozent. Hauptgrund war die Schwäche im China-Geschäft. Porsche-Chef Oliver Blume wechselte kürzlich die Vorstände für Finanzen und Vertrieb aus. Fraglich ist, wie lange Blume noch die Doppelfunktion des Vorstandsvorsitzenden von VW und Porsche beibehalten wird. Investoren kritisieren schon lange, dass es zu Interessenkonflikten und Überforderung kommen könnte, wenn Blume auf Dauer zwei Hüte trägt. Am Mittwoch präsentiert er mit dem neuen Finanzchef Jochen Breckner die jüngste Porsche-Bilanz.
Am Nachmittag könnten dann Daten aus den USA den Handel noch einmal durcheinanderwirbeln, denn es stehen frische Preisdaten auf der Agenda: Die Inflation in den USA dürfte sich im Februar nur leicht abgeschwächt haben. Fachleute erwarten eine Preissteigerungsrate von 2,9 Prozent, nach 3,0 Prozent im Januar. Die Notenbank, die nächste Woche wieder über den Leitzins entscheidet, strebt einen Wert von zwei Prozent an. Sie hat laut Fed-Chef Jerome Powell keine Eile mit weiteren Zinssenkungen. Sie will zunächst weitere Klarheit darüber erlangen, wie sich die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump auf Wirtschaft und Inflation auswirken wird. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.