Der Börsen-TagDax erholt sich - Sahnetag für Bayer
Nach dem sehr schwachen Wochenauftakt hat der deutsche Aktienmarkt wieder etwas Fahrt aufgenommen. Der Dax schob sich um 0,5 Prozent vor und schloss mit 23.711 Punkten. Allerdings gab der Leitindex zum Handelsende hin einen Teil seiner Gewinne ab. Der EuroStoxx50 notierte ebenfalls 0,5 Prozent höher bei 5694 Stellen. Sowohl der Anleihemarkt als auch Kryptowährungen stabilisierten sich wieder.
Zur Beruhigung trug die starke Nachfrage bei einer Auktion japanischer Staatsanleihen bei, die den Renditeanstieg begrenzte. Sorgen um die Staatsfinanzen Japans und Spekulationen über eine Zinserhöhung der japanischen Notenbank noch im Dezember hatten zu einem Kurssturz japanischer Staatsanleihen geführt und die Renditen zehnjähriger Anleihen auf ein 17-Jahres-Hoch getrieben. Die Renditen 30-jähriger Anleihen sprangen auf ein Allzeithoch.
Bei den Einzelwerten ließ neue Hoffnung für Bayer im milliardenschweren Rechtsstreit um mögliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat Anleger jubeln. Die Aktie sprang in der Spitze knapp 15 Prozent nach oben, am Ende gewann sie 12,1 Prozent. "Der langjährige Glyphosat-Streit könnte jetzt vor dem obersten US-Gericht, dem Supreme Court, verhandelt werden und damit ein für alle Mal zu einem Ende kommen", konstatierte Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege beim Broker RoboMarkets. Die US-Regierung hat dem Obersten Gerichtshof des Landes empfohlen, ein Berufungsverfahren des Pharma- und Agrarkonzerns anzunehmen. Die Unterstützung gilt als entscheidender Schritt für Bayer, um Tausende Klagen abzuwenden.
Keine Spuren am Aktienmarkt hinterließ unterdessen der überraschende Anstieg der Inflation in der Eurozone. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im November durchschnittlich um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das EU-Statistikamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Ökonomen hatten im Vorfeld hingegen damit gerechnet, dass die Rate bei 2,1 Prozent verharrt.