Der Börsen-TagDax hält Gewinne - viel mehr kommt wohl auch nicht
Nicht viel Neues auf dem Frankfurter Parkett: Der Dax gewann zwar dazu, aber nur in einem überschaubaren Maß. Am Nachmittag stieg der Leitindex um 0,8 Prozent auf 10.900 Punkte. Damit kann er die schweren Verluste des Vortages nicht annähernd wettmachen. Insgesamt deutet sich für den Dax ein Wochenminus von rund 3 Prozent an. Der MDax gewann 1,5 Prozent auf 22.790 Zähler. Der EuroStoxx50 legte 1,4 Prozent auf 3089 Zähler zu.
Mut machten Investoren die jüngsten Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell. "Das von Powell gezeichnete Bild mit einer weiterhin starken US-Wirtschaft, aber gleichzeitig langsamer steigenden Zinsen, ist schon sehr nahe an der Idealvorstellung der Börsianer", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.
Die US-Arbeitsmarktdaten untermauerten diese Einschätzung. Zwar blieb die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft mit 155.000 hinter der Erwartung von 200.000 zurück und der Lohnanstieg fiel mit 0,2 Prozent ebenfalls geringer aus als gedacht.
"Dies muss allerdings noch lange nicht heißen, dass nun eine Rezession droht", betonte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. "Vielmehr sind nun kleinere Wachstumsbrötchen angesagt." Zudem könne die US-Notenbank die Zinsen behutsamer anheben und damit den Aufschwung verlängern.
Vor diesem Hintergrund ging es für den US-Dollar bergab. Der Euro verteuerte sich im Gegenzug binnen Minuten auf bis zu 1,1415 Dollar von zuvor 1,1366 Dollar.
Weitere größere Kursgewinne seien am Aktienmarkt aber nicht zu erwarten, warnte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Die Nervosität auf dem Börsenparkett bleibt hoch, während die Chancen auf eine Weihnachtsrally allmählich schwinden."
Die Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Netzwerk-Ausrüsters Huawei zehre weiter an den Nerven, da die Affäre die Furcht vor einer Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China schüre.
In Frankfurt stürzten die Titel von Fresenius um 15,9 Prozent ab - so viel wie noch nie. Der Gesundheitskonzern hatte sich von seinen Geschäftszielen verabschiedet. Parallel zu den Kursturbulenzen beim Mutterkonzern fielen die Titel von Fresenius Medical Care (FMC) um 7,4 Prozent.