Der Börsen-TagDax ist wieder auf Kurs - nackte Zahlen zählen
Als wäre nichts gewesen: Der Dax notiert wieder über der 23.000er-Marke. Die Volatilität ist aber hoch und vor allem politisch getrieben: Erst schickt US-Präsident Donald Trump mit den Importzöllen auf Waren aus Kanada, Mexiko und China die Börsen abwärts, dann holt das milliardenschwere Fiskalpaket von Union und SPD den deutschen Aktienmarkt wieder nach oben. Auf Wochensicht deutet sich daher ein Plus an. Bislang zumindest.
Heute richtet sich das Augenmerk der Anleger in Richtung Frankfurt, denn die Europäische Zentralbank (EZB) berät über die Leitzinsen in der Euro-Zone. Volkswirte gehen davon aus, dass die EZB auf ihrer Zinssitzung einen weiteren Schritt nach unten beschließen wird. Erwartet wird, dass die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde den am Finanzmarkt maßgeblichen Einlagensatz um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent herabsetzen werden. Das wäre der sechste Schritt nach unten, seit die EZB im Juni 2024 auf einen Lockerungskurs umschwenkte. Im Zentrum des Treffens dürfte stehen, wie weit die EZB die Leitzinsen noch senken wird. Zwar sieht sie die Inflation auf Kurs zu ihrem Ziel von 2,0 Prozent, aber der zugrundeliegende Preisdruck ist immer noch stark. Am Finanzmarkt wird derzeit erwartet, dass der Leitzins zum Jahresende bei 2,00 Prozent liegen wird.
Unternehmensseitig zieht der Luftfahrtkonzern Lufthansa Bilanz über das vergangene Jahr. Die Schwäche der Hauptmarke Lufthansa, die unter fehlenden neuen Flugzeugen und hausgemachten Serviceproblemen leidet, hat das Ergebnis der ganzen Gruppe belastet. Analysten erwarten trotz eines Umsatzanstiegs einen Einbruch des operativen Gewinns um gut 40 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro. Das Augenmerk liegt deshalb darauf, ob es gelingt, die Kosten wie geplant zu senken und das Produkt zu verbessern.
Der Logistikriese DHL legt Zahlen für das vergangene Jahr vor und dürfte dabei einen Gewinnrückgang ausweisen. Der schleppende Welthandel lastet auf dem Konzern, erst im vergangenen Herbst musste er seine Prognose zusammenstreichen. Im laufenden Jahr muss sich DHL-Chef Tobias Meyer mit den Folgen der US-Schutzzölle auf die Weltwirtschaft auseinandersetzen. Aber auch im heimischen Geschäft muss er handeln – nach dem Tarifabschluss für die deutsche Brief- und Paketsparte soll der Sparkurs dort verschärft werden.
Zudem präsentiert Europas größter Online-Modehändler Zalando seine endgültigen Zahlen für 2024. Mitte Januar hatte Zalando bereits bekannt gegeben, die Gewinnziele dank eines starken Weihnachtsgeschäfts übertroffen zu haben. Börsianer hoffen auf Neuigkeiten rund um die geplante Übernahme des kleineren Konkurrenten About You. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.