Der Börsen-TagDax knickt ein
Die wachsenden Konjunktur- und Zinssorgen in Folge des Iran-Krieges haben den deutschen Aktienmarkt zeitweise kräftig taumeln lassen. Nach Angriffen auf Energieanlagen im Nahen Osten schnellte der Brent-Ölpreis erneut kräftig nach oben. Der Dax rutschte unter die Marke von 23.000 Punkten, er fiel in der Spitze um mehr als drei Prozent auf 22.759 Zähler. Nach dem EZB-Zinsentscheid baute der Leitindex nur einen kleinen Teil seiner Verluste wieder ab. Der Iran-Krieg habe eine neue Eskalationsstufe erreicht, sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Jeder Angriff auf kritische Energieinfrastruktur nimmt dem Markt die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zu alten Produktionsniveaus, sollte der Krieg einmal enden."
Am Ende ging der Dax 2,8 Prozent schwächer mit 22.840 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 notierte 2,0 Prozent tiefer bei 5623 Stellen.
Die steigenden Energiepreise schürten Inflationsängste und nährten die Sorge vieler Anleger, dass auch Zinserhöhungen bald wieder zum Thema für die Zentralbanken werden könnten. Die EZB tastete die Leitzinsen am Donnerstag wie erwartet nicht an und signalisierte angesichts steigender Inflationsrisiken Entschlossenheit im Kampf gegen die Teuerung. Der Euro wertete im Zuge dessen deutlich auf und lag am Abend 0,7 Prozent fester bei 1,1532 Dollar. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 3,010 Prozent und erreichte damit ein Zweieinhalbjahreshoch.
Die steigenden Zinsen am Rentenmarkt machten auch den Immobilienwerten zu schaffen. Vonovia verloren 12,1 Prozent, obwohl das Dax-Unternehmen Zuwächse im vergangenen Jahr erzielte. Unter seinem neuen Chef Luka Mucic will Deutschlands größter Immobilienkonzern in Erwartung steigender Zinsen die milliardenschwere Schuldenlast deutlich abbauen.