Der Börsen-TagDer Autosektor fährt ganz groß auf
Stockende Friedensverhandlungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg und der Blockade der Straße von Hormus sowie weiter steigende Ölpreise setzen dem Dax zu. Der konnte gestern zwar mit 24.018 Punkten die 24.000er-Marke halten. Es war aber bereits der siebente Tag in Folge im Minus.
Und heute? Angesichts der noch nicht absehbaren Folgen des Ölpreisschocks wird die US-Notenbank Federal Reserve voraussichtlich eine weitere Zinspause einlegen. Experten erwarten für die womöglich letzte Zinssitzung unter Vorsitz des im Mai regulär aus dem Amt scheidenden Fed-Chefs Jerome Powell, dass die Zentralbank den Leitzins nicht antasten wird. Er wird somit wohl in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben. Über die Nominierung von Powells designiertem Nachfolger, Kevin Warsh, soll der Bankenausschuss des US-Senats am Mittwoch abstimmen.
Unternehmensseitig geht es heute um die Berichtssaison. Mercedes-Benz hat dabei im ersten Quartal wohl nicht aus der Schwächephase gefunden. Vor allem der Absatzeinbruch in China um 27 Prozent und erhöhte US-Importzölle belasteten das Ergebnis, während die Autonachfrage weltweit durch den Ölpreisschock gedämpft werden könnte. Das Betriebsergebnis ist nach der Analystenprognose von Visible Alpha im ersten Quartal um 29 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro gesunken. Der Premiumhersteller will das Blatt mit einer Produktoffensive und Kostensenkungen wenden, inklusive eines schon laufenden Stellenabbaus.
Auch bei dem Sportwagenbauer Porsche bleibt der Gewinn auf Talfahrt. Nach Analystenschätzung ist das Minus beim Betriebsergebnis noch größer als beim Absatz im ersten Quartal. Nach der Umfrage von Visible Alpha schrumpfte der operative Gewinn um gut ein Viertel auf knapp 560 Millionen Euro bei fünf Prozent weniger Umsatz und 15 Prozent weniger Absatz. Die Schwäche in China schlägt bei Porsche besonders ins Kontor - der neue Chef Michael Leiters soll die VW-Tochter wieder flott machen.
Die Deutsche Bank ist im ersten Quartal beim Gewinn auf der Stelle getreten, wenn es nach den Analysten geht. Sie trauen dem Frankfurter Institut im Schnitt einen Nettogewinn nach Anteilen Dritter von 1,77 Milliarden Euro zu. Die großen Investmentbanken aus den USA hatten wegen der starken Schwankungen an den Börsen und des robusten Geschäfts mit Fusionen und Übernahmen teils kräftige Zuwächse gemeldet. Doch der schwache Dollar könnte diesen Effekt bei der Deutschen Bank ebenso gedämpft haben wie das Geschäftsmodell. Die Frage ist, wie sich die schwache deutsche Konjunktur und der Iran-Krieg in den Zahlen niederschlagen. Für das Gesamtjahr erwarten die Analysten mit 6,25 Milliarden Euro immerhin eine leichte Gewinnsteigerung.
Und nach US-Börsenschluss legen mit Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft die wichtigsten Protagonisten des aktuellen KI-Booms Geschäftszahlen vor. Diese vier Unternehmen wollen im laufenden Jahr zusammengerechnet mehr als 600 Milliarden Dollar in diese Technologie investieren. Um diese Ausgaben zu rechtfertigen, erwarten Börsianer anhaltend hohe Wachstumsraten.
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