Dax macht einen Schritt zurück
Die neuen US-Angriffe auf den Iran haben für fallende Kurse an der Frankfurter Börse gesorgt. Der Dax verlor 0,8 Prozent auf 25.185 Punkte und schloss damit nahe des Tagestiefs. Hoffnungen auf eine Lösung im US-Iran-Konflikt hatten den deutschen Leitindex am Pfingstmontag um zwei Prozent nach oben und damit erstmals seit zweieinhalb Wochen über die 25.000-Punkte-Marke getrieben. Der EuroStoxx50 notierte 1,0 Prozent tiefer bei 6073 Stellen.
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine Beendigung des seit rund drei Monaten andauernden Kriegs gehen zwar weiter, in der Nacht zum Dienstag flogen die US-Streitkräfte jedoch nach eigenen Angaben im Süden des Irans neue Angriffe auf militärische Ziele. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Gespräche verliefen gut, drohte jedoch mit weiteren Angriffen, sollten sie scheitern. "Zuerst hieß es, eine Einigung sei nahe, dann sollten alle die Abraham-Abkommen unterzeichnen, und jetzt gibt es Bombenangriffe. Es ist also nicht ganz klar, was dort vor sich geht", resümierte Peter Schaffrik, Stratege bei RBC Capital Markets.
Derweil weiteten die Ölpreise ihre Gewinne aus. Viele Experten erwarten, dass sich die Lage am Ölmarkt auch nach dem Ende des Iran-Kriegs nur langsam entspannen dürfte.
Groupon streicht Hunderte Stellen
Groupon wird fast ein Viertel seiner Mitarbeiter entlassen. Das Online-Marktplatz-Unternehmen will weltweit bis zu 400 Stellen im Rahmen seiner Umstrukturierung streichen und damit seine zuvor bekannt gegebene Strategie vorantreiben, sich als KI-natives Unternehmen neu aufzustellen. Die meisten Stellenstreichungen sollen voraussichtlich bis zum Ende des dritten Quartals erfolgen, wie Groupon weiter mitteilte. Zum 31. Dezember hatte Groupon insgesamt 1734 Mitarbeiter.
Groupon schätzt, dass die Entlassungen zu jährlichen Kosteneinsparungen von bis zu 25 Millionen US-Dollar führen werden. In diesem Jahr will das Unternehmen zehn bis zwölf Millionen Dollar einsparen und etwa die Hälfte davon in Marketing und Infrastruktur für künstliche Intelligenz reinvestieren.
Überraschende Personalie bei Hapag-Lloyd
Bei Hapag-Lloyd steht ein überraschender Wechsel im Vorstand an. COO Maximilian Rothkopf werde zum 30. Juni aus dem Management-Gremium ausscheiden, teilte Deutschlands größte Containerreederei mit. Dies geschehe "im besten Einvernehmen". Rothkopf werde dem Unternehmen für eine Übergangszeit beratend verbunden bleiben.
Über die Nachfolge des 45-Jährigen werde der Aufsichtsrat zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Rothkopf kam von McKinsey zu Hapag-Lloyd und hatte im Juli 2019 als COO die operative Verantwortung für das weltweite Schifffahrtsgeschäft übernommen. Im Oktober 2021 war sein Vertrag um fünf Jahre bis 30. April 2027 verlängert worden. Hintergründe der Personalie wurden zunächst nicht bekannt.
Geldmarkt-ETF: Für wen lohnt sich die Anlagestrategie?
Wie stabil ist der Aufschwung an Europas Börsen?
Die europäischen Börsen zeigen sich trotz geopolitischer Spannungen überraschend robust: Der EuroStoxx 50 bewegt sich wieder Richtung Rekordniveau - dabei reagieren verschiedene Branchen sehr unterschiedlich auf das aktuelle Umfeld. Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld von Unsicherheiten rund um Inflation, Zinsen und Energiepreise geprägt. Wie es an den Märkten weitergehen könnte und warum Anleger dennoch vorsichtig bleiben sollten, darüber spricht Nancy Lanzendörfer mit Peter Bösenberg von der Société Générale.
Pluszeichen an der Wall Street
Trotz der neuen US-Angriffe auf den Iran geht es an der Wall Street nach oben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zur Eröffnung am ersten Handelstag nach dem Feiertag "Memorial Day" 0,3 Prozent höher bei 50.717 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um gut ein halbes Prozent auf 7515 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um fast ein Prozent auf 26.587 Stellen.
Gefragt bei den Einzelwerten waren weiterhin vor allem Aktien aus dem KI-Sektor. Die Titel von Unternehmen wie Marvell, Micron und Intel rückten um rund 2,5 bis zehn Prozent vor. Nach oben ging es auch für Eli Lilly, die um gut ein Prozent zulegten. Der Pharmakonzern verstärkt sich mit gleich drei Zukäufen auf einen Streich im Geschäft mit Impfstoffen.
Tarif-Auseinandersetzung bei Telekom - Aufruf zu Warnstreiks
Vor der vierten Runde der Tarifverhandlungen bei der Deutschen Telekom hat die Gewerkschaft Verdi erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Das bisherige Angebot des Unternehmens sei "vage, unvollständig und angesichts der langen Laufzeit vollkommen unzureichend", erklärte Verdi. Die vierte Verhandlungsrunde ist für heute und Mittwoch geplant. Verdi fordert für die rund 60.000 Tarifbeschäftigten des Unternehmens eine Lohnsteigerung in Höhe von 6,6 Prozent bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten sowie die Einführung eines Verdi-Mitgliederbonus in Höhe von 660 Euro im Jahr. Auch die Ausbildungsvergütungen sollen steigen.
Bereits in der vergangenen Wochen hatte Verdi die Beschäftigten mehrmals zu Warnstreiks aufgerufen. Die Streikmaßnahmen insgesamt seien sehr wirkungsvoll gewesen, erklärte Verdi-Arbeitskampfleiter Pascal Röckert. Es habe "enorme Wartezeiten" im Kundenservice gegeben, Techniker-Termine hätten abgesagt werden müssen und T-Shops seien zum Teil geschlossen worden.
Bewegung in Pharmabranche - Eli Lilly stärkt Impfgeschäft
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly verstärkt sich mit gleich drei Zukäufen auf einen Streich im Geschäft mit Impfstoffen. Für insgesamt bis zu 3,83 Milliarden Dollar übernimmt das Unternehmen die Firmen Curevo, LimmaTech Biologics und Vaccine Company, wie Eli Lilly mitteilte. Mit den Transaktionen, die jeweils Vorab- und Meilensteinzahlungen umfassen, will der Konzern seine Forschung und Entwicklung ausbauen und sich stärker auf die Prävention von Krankheiten konzentrieren.
Der teuerste der drei Zukäufe ist die Übernahme der Vaccine Company für bis zu 1,55 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entwickelt eine Technologie für neuartige Impfstoffe und steht kurz vor klinischen Studien der Phase 1 für ein Vakzin gegen das Epstein-Barr-Virus (EBV). Dieses Virus wird mit Multipler Sklerose und verschiedenen Krebsarten in Verbindung gebracht. Für bis zu 1,5 Milliarden Dollar kauft Eli Lilly zudem Curevo. Dessen wichtigster Produktkandidat ist ein Impfstoff gegen Gürtelrose, der sich in der klinischen Phase 2 befindet. Er soll sich durch deutlich geringere Nebenwirkungen als bisherige Standardbehandlungen auszeichnen. Eine Gürtelrose-Erkrankung geht unter anderem mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko einher. Das Unternehmen LimmaTech Biologics lässt sich Eli Lilly bis zu 780 Millionen Dollar kosten. Die Firma entwickelt Impfstoffe gegen bakterielle Erreger wie Staphylokokken, Gonorrhoe und Chlamydien, bei denen herkömmliche Therapien wegen Resistenzen zunehmend an ihre Grenzen stoßen.
Öl-Futures nach US-Angriffen auf Iran deutlich höher
Die Öl-Futures erholen sich nach US-Angriffen auf iranische Boote und Raketenwerfer von einem Teil ihrer deutlichen Verluste vom Vortag. Der Iran droht mit Vergeltung, obwohl die Gespräche andauern. "Wir sehen, dass die Ölpreise wieder an Aufwärtsdynamik gewinnen, obwohl der Verkehr durch die Straße von Hormus teilweise weiterläuft und Millionen Barrel Öl zu ihren Bestimmungsorten befördert, da der verbale Schlagabtausch um ein mögliches Friedensabkommen die Aussichten auf eine baldige Lösung des Krieges weiter in die Ferne rückt", schreibt Peter Cardillo von Spartan Capital in einer Research Note.
Brent steigt um 3,1 Prozent auf 99,07 US-Dollar je Barrel und WTI wird bei 92,89 US-Dollar gehandelt, was zwar 3,9 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag, aber über dem Niveau des Montags liegt.
EZB-Direktorin plädiert für Zinsanhebung
EZB-Direktorin Isabel Schnabel hat sich für eine Zinserhöhung durch die Euro-Notenbank im Juni ausgesprochen, hält aber eine Festlegung auf weitere Zinsschritte für verfrüht. "Aus heutiger Sicht wäre eine Zinserhöhung im Juni angemessen", sagte sie gegenüber Reuters. Schnabel zufolge notieren die Öl-Futures inzwischen oberhalb des im adversen Szenario unterstellten Niveaus. "Unsere Hoffnung, dass sich der Konflikt schnell lösen lassen wird, hat sich nicht erfüllt. Der Schock ist viel dauerhafter. In dieser Hinsicht bewegen wir uns schon jenseits des adversen Szenarios", sagte sie.
Neues vom Geldmarkt
Weiter wenig verändert zeigt sich der Euro-Geldmarkt. Der Overnight-Satz wird unverändert zum Vortag mit 1,90 zu 2,10 Prozent gestellt. Die kurzfristigen Zinserwartungen an die EZB haben sich auch über das lange Pfingstwochenende nicht verändert. Angesichts der hohen Inflation in Europa wird weiterhin mit zwei Zinserhöhungen bis Jahresende gerechnet. Am langen Ende der Kurve bewegt jedoch erneut die Nachrichtenlage um die erhoffte Entspannung im Mittleren Osten. Hier lässt die Euphorie etwas nach, nachdem es zu Scharmützeln in der Straße von Hormus gekommen ist.
Tagesgeld: 1,90 - 2,10 (1,90 - 2,10), Wochengeld: 1,88 - 2,13 (1,88 - 2,13), 1-Monats-Geld: 2,00 - 2,20 (2,00 - 2,20), 3-Monats-Geld: 2,06 - 2,26 (2,05 - 2,25), 6-Monats-Geld: 2,22 - 2,32 (2,37 - 2,67), 12-Monats-Geld: 2,56 - 2,66 (2,53 - 2,83), Euribors: 22.05. 21.05. 3 Monate: 2,2040 2,1950, 6 Monate: 2,5470 2,5960, 12 Monate: 2,7800 2,8280
US-Dollar stabilisiert sich - Experten zuversichtlich
Nach einem Rücksetzer zum Wochenstart zeigt der US-Dollar Anzeichen einer Stabilisierung. Der Dollar-Index gibt leicht nach und liegt bei 99,089 Punkten. Neue Spekulationen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs hatten ihn am Pfingstmontag zeitweise um fast ein halbes Prozent ins Minus gedrückt. Zugleich sank die geopolitische Risikoprämie, was die Handelsumsätze bei als "sichere Häfen" geltenden Anlagen schwächte.
Experten zeigen sich jedoch zuversichtlich. "Wir erwarten weiterhin nur eine langsame Entspannung am Ölmarkt", schreiben die Strategen der Oversea-Chinese Banking Corporation. Gegen einen fallenden Dollar sprächen zudem das robuste US-Wachstum und der von Künstlicher Intelligenz (KI) verursachte Inflationsdruck. Dieser dürfte die US-Notenbank Fed zu einer strafferen Geldpolitik bewegen.
Tech-Aktien lassen Federn
Nach der jüngsten Rally geben Chipaktien nach. Dabei dürfte es sich um Gewinnmitnahmen handeln. Infineon verlieren 0,7 Prozent, ASML 2,0 Prozent und Aixtron 2,2 Prozent.
Autoexperte zum neuen E-Ferrari: "Noch viel Arbeit nötig"
Ferrari bringt sein erstes Elektroauto Luce auf den Markt. Und das wird in den sozialen Medien direkt zerrissen. Laut dem Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer versucht Ferrari den Sprung in die Zukunft - vor allem, um mit Chinas Elektromobilitätsriesen wie Xiaomi mithalten zu können.
Raumfahrt-Aktien schießen in New York hoch
Die US-Börsen werden mit einem freundlichen Start in die mit einem Tag Verspätung beginnende Handelswoche erwartet. Nach dem Feiertag "Memorial Day" am Montag hat sich eine Art Nachholbedarf aufgebaut im Hinblick auf am Wochenende genährte Hoffnungen auf ein baldiges Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und Iran. Darauf waren insbesondere auch die Ölpreise stark gefallen. Inzwischen hat sich die Nachrichtenlage zum Nahostkonflikt zumindest wieder leicht eingetrübt, denn die USA haben iranische Raketenstellungen angegriffen, ebenso wie Boote, die Minen im Meer legten. Den Friedensfindungsprozess sehen die USA dadurch aber nicht beeinträchtigt.
Aktien von Raketen- und Satellitenunternehmen sind ebenfalls weiter gesucht. Für Fantasie sorgt, dass das Raumfahrt- und KI-Unternehmen SpaceX von Elon Musk Unterlagen bei der Börsenaufsicht für seinen geplanten Börsengang vorgelegt hat. Zu hören ist von einer Unternehmensbewertung zwischen 1,5 und 2 Billionen Dollar. Redwire schießen in der Vorbörse um 17 Prozent nach oben, MDA Space um gut 16, Firefly Aerospace um neun und Intuitive Machines um 9,4 Prozent.
Deutsche Aktienindizes rot
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat sich weiter im roten Bereich bewegt. Am Mittag verlor der deutsche Leitindex 0,6 Prozent auf 25.246 Punkte. Der EuroStoxx50 sackte um 0,9 Prozent auf 6081 Stellen ab. MDax, SDax und TecDax gaben zwischen 0,1 und 0,9 Prozent nach.
Ifo: Miese Stimmung bei deutschen Exporteuren
Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft ist so schlecht wie seit über einem Jahr nicht mehr. Das Barometer für die Exporterwartungen sank im Mai auf minus 5,5 Punkte, von minus 1,2 Zählern im April, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Das ist der schlechteste Wert seit April 2025. "Trotz einer Erholung des Exportgeschäfts im ersten Quartal bleiben die Aussichten schwierig", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. "Die geopolitische Unsicherheit ist weiterhin hoch."
Zu einem ähnlichen Befund kommt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), die 23.000 Unternehmen befragt hat. Demnach rechnen 29 Prozent der Industriebetriebe mit sinkenden Ausfuhren, nur 19 Prozent mit steigenden. "Die ersten Anzeichen einer Exporterholung zu Jahresbeginn hat der Nahost-Schock zunichtegemacht", so die DIHK. Einen Dämpfer musste im Mai etwa die Automobilindustrie verkraften. "Nach vier sehr optimistischen Monaten werden nun rückläufige Exporte erwartet", erklärte das Ifo-Institut. Auch in der Metallindustrie dürften die Auslandsumsätze sinken.
Brichta: Warum der Ölpreis trotz Hormus fallen wird
Könnte der Ölpreis auf 180 US-Dollar pro Barrel steigen? Mit dieser Schockprognose sorgt ein Analyst für Aufsehen. Doch ntv-Börsenreporter Raimund Brichta ist nicht überzeugt. Er rechnet sogar damit, dass der Ölpreis weiter fällt.
Was kann die Märkte jetzt noch weiter treiben?
Die US-Börsen profitieren erneut von kräftigen Unternehmensgewinnen sowie dem anhaltenden KI-Boom, während Europa im Vergleich zurückbleibt. Der Führungswechsel an der Spitze der US-Notenbank sorgt gleichzeitig für eine angespannte Erwartung über den zukünftigen Kurs der US-Geldpolitik. Welche Strategien jetzt für Anleger sinnvoll sind, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Paulina Michel von JPMorgan und Tim Oechsner von Steubing.
Ferraris E-Auto begeistert nicht - Aktie rauscht runter
Der erste vollelektrische Ferrari hat die Anleger nicht überzeugt. Die Aktie des Luxussportwagenbauers rutscht an der Börse in Mailand um rund sechs Prozent ab. Laut einem Händler vor Ort enttäuschte das Design die Investoren. "Für sie ist das kein Ferrari", sagte er. Das Unternehmen hatte den "Luce" (italienisch für Licht) am späten Montagabend vorgestellt. Der viertürige Stromer, der mit Hilfe des ehemaligen Apple-Chefdesigners Jony Ive entwickelt wurde, soll 550.000 Euro kosten.
Die Auslieferungen sollen im vierten Quartal beginnen. "Es ist ein Wagnis", sagte Phil Dunne von der Unternehmensberatung Grant Thornton Stax bereits vor der Vorstellung des neuen Modells. Andere Hersteller von Luxuswagen wie Porsche und Lamborghini hatten zuletzt wegen der schwachen Nachfrage ihre Pläne für Elektroautos zurückgefahren.
FMC-Aktie mit Aktienrückkaufprogramm klar im Plus
Die Aktie von Fresenius Medical Care (FMC) legt um 1,1 Prozent zu und führt damit die Gewinnerliste im Dax an. Der Dialysekonzern hat ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von rund einer Milliarde Euro beschlossen. Es soll kurzfristig starten und innerhalb von zwölf Monaten in Tranchen durchgeführt werden. Fresenius hat kürzlich ein Aktienrückkaufprogramm in gleicher Höhe abgeschlossen.
Neuer Dax-Rekord bereits zeitnah?
Der Dax-Rekord von 25.508 Punkten könnte bald fallen. "Wenn es dann im ersten Anlauf nur zu einem False-Breakout kommt, erhöht das zwar auch angesichts der extremen Überkauftheit das Risiko eines neuen Rückschlags", gibt Charttechniker Marcel Mußler zu bedenken. Dann stünden die Zeichen kurzfristig auch auf Gewinnmitnahmen. Letztlich sei aber auch das Allzeithoch nur ein Etappenziel. Der neue Aufwärtstrendkanal bei jetzt 26.310 Punkten sei noch kein Ziel für heute oder morgen, aber per mittelfristiger Tendenz machbar. Derzeit liegt der Dax allerdings 0,6 Prozent im Minus bei 25.235 Zählern.
Porsche steht vor tiefgreifendem Umbau
Der Sportwagenbauer Porsche steht vor einem tiefgreifenden Umbau seiner Führungs- und Konzernstruktur. Porsche-Chef Michael Leiters prüfe eine Verkleinerung des Vorstands, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Managementkreise des Stuttgarter Autobauers. Auch könnten Ressorts zusammengelegt werden. Der Sportwagenbauer leidet unter wegbrechendem Geschäft in China und Amerika, schwachen Verkäufen von Elektroautos und hohen Kosten in seinen Werken.
Hohe Lagerbestände: Eisenerzpreise fallen
Die Eisenerzpreise geben nach, belastet von hohen Lagerbeständen und einer schwachen Nachfrage. Das Angebot an Eisenerz steige weiter, da die Lagerbestände hoch blieben, so die Analysten von Guangda Futures. Die Nachfrage sei schwach, da die geringe nachgelagerte Stahlnachfrage die Kauflust der Hüttenwerke einschränke, heißt es weiter. Der meistgehandelte Eisenerz-Kontrakt mit Lieferung im Januar notiert um 2,1 Prozent niedriger bei 780,0 Yuan pro Tonne.
Dax atmet erst einmal etwas durch
Der Dax startet etwas schwächer in das heutige Geschäft. Der deutsche Börsenleitindex kann damit vorerst die Rally vom Wochenauftakt nicht fortsetzen. Während er gestern 2,0 Prozent auf 25.389 Punkte zugelegt hatte, notiert er aktuell im Bereich von 25.345 Zählern. "Gestern hatte es feiertagsbedingt das geringste Handelsvolumen im bisherigen Jahresverlauf gegeben", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Raimund Brichta. "Heute blicken die Anleger wieder Richtung Iran."
"DeepSeek-Moment" treibt Chinas Tech-Aktien
In Hongkong sorgt laut Börsianern für Rückenwind, dass Huawei Technologies ein Durchbruch im Halbleiterdesign gelungen ist. Huawei teilte mit, einen Ansatz entwickelt zu haben, der es dem Unternehmen ermöglichen würde, fortschrittlichere Chips ohne den Einsatz von Geräten herzustellen, für die die USA den Zugang blockiert hätten. Der Fortschritt könnte laut den Analysten von Bernstein ein "weiterer DeepSeek-Moment" sein - in Anspielung auf das chinesische Startup, das für Aufsehen sorgte, als es ein KI-Modell auf Augenhöhe mit westlichen Modellen veröffentlicht hatte.
Hua Hong Semiconductor reagieren mit einem Satz um 11 Prozent nach oben, während SMIC um 8,5 Prozent zulegen. ASMPT ziehen um über 13 Prozent an, Lenovo um über 17 Prozent.
Dax steht vor einer Bewährungsprobe
Die gestrigen Kursgewinne im Dax haben beeindruckt, das Handelsvolumen allerdings nicht. Tatsächlich seien in diesem Jahr noch nie so wenige Aktien an einem Tag gehandelt worden wie gestern, so die Experten von QC Partners. "Entsprechend folgt heute der Bewährungstest für den gestrigen Kursgewinn. Und es muss angezweifelt werden, dass auf dem jetzigen Kursniveau viele zum Kaufen bereit sind", heißt es.
Sorgen bei Brent, WTI-Preis fällt deutlich
Am Rohstoffmarkt sorgen die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten für Auftrieb bei der Nordseesorte, da Anleger eine Verknappung des Angebots befürchteten. Rohöl der Sorte Brent verteuert sich um 1,9 Prozent auf 98,00 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert dagegen 5,1 Prozent schwächer bei 91,70 Dollar.
Chip-Riesen reißen Ruder herum
Vor dem Hintergrund eher ungünstiger Nachrichten aus der Krisenregion Nahost geht es an den Aktienmärkten in Ostasien und Australien uneinheitlich zu. Die USA haben iranische Raketenabschussbasen und Minenverlegeboote angegriffen und dies mit Selbstschutz begründet, ohne davon die mit dem Iran vereinbarte Waffenruhe beziehungsweise Friedensgespräche tangiert zu sehen. Während eine klare Reaktion aus dem Iran noch aussteht, reagieren die am Vortag stark gesunkenen Ölpreise mit Aufschlägen. Die fallen aber eher moderat aus, weshalb auch die Aktienmärkte nicht stärker negativ auf die Nachricht reagieren dürften.
In Tokio zeigt sich der breite Topix praktisch unverändert und hält damit sein Rekordniveau. In Shanghai geht es um 0,7 Prozent nach unten, in Sydney um 0,4 Prozent. Die Börsen in Hongkong und Seoul haben Nachholbedarf. Weil dort am Vortag feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde, können die Akteure erst mit Verspätung auf die Nachrichten vom Wochenende reagieren, wonach die USA und der Iran angeblich nah an einer Rahmenvereinbarung sind, zu der auch die Öffnung der Straße von Hormus gehören soll. Gleichwohl hatte US-Präsident Trump betont, "keine Eile" zu haben.
Sowohl in Hongkong wie an der technologielastigen Börse in Seoul werden Chipaktien favorisiert. Marktteilnehmer verweisen auf eine andauernd hohe Nachfrage nach Chips, die in KI-Servern und -Beschleunigern verwendet werden. Die jüngsten Ergebnisse von Nvidia und der Optimismus hinsichtlich der weltweiten Ausgaben für KI-Infrastruktur stärkten die Stimmung bei Technologiewerten. Dazu verzeichneten Südkoreas Halbleiterexporte weiterhin ein starkes Wachstum. Unter den Einzelwerten verteuern sich Samsung Electronics um rund 3 Prozent und SK Hynix um 7,4 Prozent.
Rally? Heute mal nicht …
Nach der gestrigen Rally dürften Europas Börsen mit kleinen Abschlägen in den Handel starten. Neue US-Militärschläge belasten die Stimmung nur leicht. Nach Angaben eines hochrangigen US-Beamten versenkte die US-Armee zwei Boote der iranischen Islamischen Revolutionsgarde, die Minen verlegten. Daraufhin habe der Iran begonnen, Boden-Luft-Raketen auf US-Kampfflugzeuge abzufeuern. Dies habe die USA wiederum dazu veranlasst, eine Raketenabschussrampe in der Nähe von Bandar Abbas anzugreifen, sagte der Beamte.
Die Scharmützel scheinen die Anleger nicht größer zu verunsichern. Diese setzen vielmehr darauf, dass es in den kommenden Tagen zu einem Friedensabkommen zwischen dem Iran und den USA kommen wird, auch wenn nicht alle Detailfragen umfassend geklärt werden dürften. Für die Anleger ist vor allem wichtig, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus langsam wieder aufgenommen wird. In den vergangenen Tagen konnten gleich mehrere Tanker die Meerenge passieren.
Asiatische Währungen konsolidieren
Die asiatischen Währungen konsolidieren gegenüber dem Dollar, während Händler die Entwicklungen im Nahen Osten bewerten. Die USA haben am Montag Ziele im Süden des Iran angegriffen. Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen hochrangigen US-Vertreter berichtete, bezeichneten amerikanische Militärvertreter dies als Verteidigungsschläge. Der Angriff erfolgte inmitten laufender Gespräche zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung ihres Konflikts.
Die Risiken für ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran blieben erhöht, so zwei Devisenstrategen von OCBC Group Research: "Wir glauben, dass das Abwärtspotenzial des US-Dollars begrenzt sein wird. Die USA bleiben ein relativer Wachstumsgewinner, gestützt durch den KI-Investitionszyklus", fügen sie hinzu. Der US-Dollar gibt 0,2 Prozent auf 1.509,70 Won nach und notiert bei 1,2767 Singapur-Dollar.
Tech-Schwergewichte kommen unter die Räder
Neue US-Angriffe im Nahen Osten dämpfen die Hoffnungen auf ein Friedensabkommen mit dem Iran und drücken die asiatischen Aktienmärkte ins Minus. In Tokio gibt der Nikkei-Index 0,4 Prozent auf 64.897,64 Punkte nach, und der breiter gefasste Topix bleibt fast unverändert bei 3939,88 Zählern. Auch in China halten sich die Anleger zurück: Der Shanghai Composite verliert 0,6 Prozent auf 4127,04 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stagniert bei 4921,75 Punkten.
Die geopolitischen Spannungen überschatten die jüngsten Rekordjagden an den Märkten. Zwar verhandeln Vertreter des Irans und der USA in Doha über ein Ende des Krieges, doch US-Militärschläge im Süden des Irans ließen Zweifel an einem raschen Durchbruch aufkommen. "Der Optimismus über ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran ist bereits eingepreist, und der Anstieg der Ölpreise belastete die Stimmung", sagt Daisuke Hashizume, Stratege bei Daiwa Securities.
Nach der jüngsten Rally, die den Nikkei zum Wochenstart noch auf ein Rekordhoch getrieben hatte, nehmen viele Investoren zudem Gewinne mit. Zu den Verlierern zählen vor allem schwergewichtige Chipwerte: Die Papiere von Advantest und Tokyo Electron fallen um 5,0 beziehungsweise 2,26 Prozent. Auch der Speicherhersteller Kioxia rutscht um 5,45 Prozent ab, während der Glasfaserkabel-Produzent Fujikura 3,7 Prozent verliert. Gegen den Trend steigen die Aktien der SoftBank Group um 7,36 Prozent und stützen den Leitindex.
EU plant hohe Strafe gegen Google
Die Europäische Union (EU) will offenbar eine Rekordstrafe in hoher dreistelliger Millionenhöhe gegen die Alphabet-Tochter Google verhängen. Das "Handelsblatt" berichtete unter Berufung auf Kreise der EU-Kommission, das Verfahren wegen eines Verstoßes gegen das Gesetz über digitale Märkte stehe kurz vor dem Abschluss. Dem Bericht zufolge wäre dies die höchste Strafe, die die EU wegen eines Verstoßes gegen den Digital Markets Act (DMA) bisher verhängt habe. Die Entscheidung solle vor der Sommerpause offiziell verkündet werden. Das letzte Wort habe Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Google erklärte, das Unternehmen sei bestrebt, die Untersuchung zum Abschluss zu bringen. Man habe die Suchfunktion entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen geändert. Dies sei jedoch mit einer Verschlechterung für die Nutzer verbunden.
Die im März 2025 offiziell eingeleitete Untersuchung geht dem Vorwurf nach, dass Google eigene Dienste in seiner Onlinesuche bevorzugt. Mit dem DMA will die EU das Kartellrecht verschärfen. Konzerne mit einer marktbeherrschenden Stellung haben demnach besondere Pflichten, Wettbewerb zuzulassen und kleinere Unternehmen nicht vom Markt auszuschließen.
Dollar rückt in den Fokus
Im asiatischen Devisenhandel profitiert die US-Währung von einer erneuten Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts der geopolitischen Unsicherheiten. Der Dollar gewinnt geringfügig auf 158,95 Yen und legt leicht auf 6,7863 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent höher bei 0,7834 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1631 Dollar.
Es werde Licht: Ferrari wagt Kurswechsel
Ferrari hat sein erstes vollelektrisches Auto vorgestellt. Mit dem Modell "Luce" (Licht) wagt der Konzern einen strategischen Kurswechsel, während Konkurrenten wie Porsche und Lamborghini ihre Elektro-Ambitionen wegen schwacher Nachfrage zuletzt zurückschraubten. Der Preis liegt bei 550.000 Euro, die Auslieferung soll im vierten Quartal beginnen.
Bei der Entwicklung arbeitete der italienische Luxussportwagenbauer mit dem ehemaligen Apple-Designchef Jony Ive zusammen. Der viertürige Luce ist der erste Fünfsitzer von Ferrari und zielt mit einem 600 Liter fassenden Kofferraum auch auf wohlhabende Familien ab. Zudem will der Konzern eine technikaffine Kundschaft ansprechen und seine Chancen auf Märkten wie China verbessern, wo große Verbrennerfahrzeuge stark besteuert werden.
Der mehr als 2,2 Tonnen schwere "Luce" verfügt über vier Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von mehr als 1000 PS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 310 Kilometern pro Stunde. Die Reichweite gab Ferrari mit mehr als 500 Kilometern an.
Und ewig locken die Rekorde
Der Wochenauftakt kann sich sehen lassen – trotz, oder gerade wegen des Pfingstfeiertags. Der Dax hat im gestrigen Geschäft 2,0 Prozent auf 25.389 Punkte zugelegt. Das Allzeithoch, das aktuell bei 25.508 Zählern liegt, ist damit in greifbare Nähe gerückt. "Der Handel war allerdings von dünnen Umsätzen gekennzeichnet", kommentierte ntv-Börsenkorrespondentin Nancy Lanzendörfer. An der Wall Street wurde gestern nicht gehandelt, die dortigen Aktienmärkte starten erst heute in die neue Börsenwoche.
Als Kurstreiber hatten sich gestern die Hoffnungen auf eine baldige Lösung im Iran-Krieg erwiesen. US-Präsident Donald Trump hatte sich dahingehend geäußert, konnte aber bislang keine konkreten Fakten folgen lassen. Am Wochenende sollen mehrere Dutzend Schiffe die Straße von Hormus wieder passiert haben. Die Ölpreise hatten daraufhin spürbar nachgegeben.
Terminlich hat die heutige Agenda aber nicht viel zu bieten. Unternehmensseitig sollte der E-Auto- und Smartphone-Konzern Xiaomi seine Erstquartalszahlen vorlegen. Im Fokus dürften aber eher die Daten zum Verbrauchervertrauen in den USA im Mai stehen.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.